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Lokales

22. Oktober 2017 | 01:17 Uhr

Karstädter Erfolgsgeschichte

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erstellt am 29.Sep.2010 | 07:21 Uhr

Karstädt | Drei Jahre ist es her, dass die Flechtorfer Mühle bei Braunschweig die "Flocke", wie das Werk im Volksmund genannt wurde, kaufte. Seit gut einem Jahr läuft hier modernste Technik. "Wir haben schnell erkannt, dass die alte Produktionsstätte den Anforderungen des Lebensmittelhandels nicht mehr entsprach", erzählt Mathias Thönebe, gemeinsam mit seinem Vater Geschäftsführer der Avena Cerealien GmbH Karstädt. Aus der anfangs kalkulierten Investition von sieben bis neun Millionen Euro wurden am Ende zwölf Millionen. Des Lobes voll sind die Geschäftsführer über die Unterstützung von Gemeinde, Wirtschaftsfördergesellschaft bis hin zum Land.

Rein optisch und auch im Innern ist die "Flocke" nicht wieder zu erkennen -- es entstand das modernste Haferflockenwerk Europas. Gebaut wurde ein neues Mühlengebäude und ein 2000 Tonnen Siloturm, von der Getreide AG kaufte Avena ein angrenzendes Hochsilo, sanierte es und erhöhte die Lagerkapazität auf insgesamt 10 0 00 Tonnen. Damit entfallen Zwischenlagerkosten für Hafer im Rostocker Hafen. Denn der von Avena verarbeitete Hafer kommt zu 90 Prozent aus Skandinavien, vorwiegend aus Finnland. Inlandhafer sei von der Farbe und Größe nicht so schön und daher nur bedingt einsetzbar, so Thönebe.

Abgerissen wurden auf dem Avena-Gelände drei Nebengebäude, das einstige Hauptmühlengebäude ist komplett saniert. "Den Altbau, der für die Produktion sowie Sozial- und Büroräume genutzt wird, haben wir im Innern entkernt, das vorhandene Gebälk sandgestrahlt und neue Decken und Wände eingezogen", informiert Werkleiter Michael Herter. Auch äußerlich sieht der Backsteinbau mit Fugenmauerwerk, erneuerten Fenstern und neuem Dach jetzt top aus. All das passierte bei laufender Produktion, was die Beschäftigten vor höchste Anforderungen stellte.

Trotz der bereits erhöhten Lagerkapazität wird weitere benötigt. Zwei bisher ungenutzte Böden des neuen Mühlengebäudes sollen zu einem Hochregallager mit 240 Palettenplätzen hergerichtet werden. "Darüber hinaus planen wir eine komplett neue Lagerhalle auf dem Firmengelände", blickt Thönebe voraus.

Dass das althergebrachte Berufsbild vom Müller längst verstaubt ist, davon konnten sich auch die Teilnehmer des jüngsten IHK-Wirtschaftsstammtisches überzeugen. "Vom Beruf Müller ergeben sich für mich nach dem Betriebsrundgang ganz andere Vorstellungen. Ich bin total beeindruckt, wie hochtechnisiert die Produktion verläuft", meinte zum Beispiel Cornelia Tonhäuser. Beeindruckt von der Sauberkeit des Betriebes und dem hohen Automatisierungsgrad zeigte sich Martin Brödder. "Es ist sehr schön, dass wir solch einen produzierenden Betrieb in der Prignitz haben", betonte der Vorstandsvorsitzende der Volks-und Raiffeisenbank Prignitz. Von einer Schaltzentrale werden alle Prozesse gelenkt und kontrolliert. "Die Software wäre auch von zu Hause aus bedienbar, doch braucht es den Müller vor Ort mit seinen Kenntnissen und dem Blick und Gefühl fürs Feine", erklärt Herter.

Aus anfangs 15 wurden inzwischen 28 Mitarbeiter. Hinzu kommen pro Schicht drei bis acht Zeitarbeiter. "Wir sind auf der Suche nach Müllern und qualifizierten Mitarbeitern", unterstreicht der Werkleiter. Beruflichen Nachwuchs wolle man vor allem über die Ausbildung im eigenen Betrieb sichern und daher jährlich einen Azubi in den Ausbildungsrichtungen Müller bzw. Bürokauffrau einstellen. In diesem Jahr klappte das leider nicht, der potenzielle Bewerber sprang im letzten Moment ab, bedauert Herter.

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