Kanalbau bleibt Thema in Wöbbelin

von
25. August 2010, 01:57 Uhr

wöbbelin | Der Antrag eines Wöbbeliner Bürgers auf Bau eines zentralen Abwasseranschlusses im Dorf ist von der Gemeindevertretung erwartungsgemäß abgelehnt worden. Der Antrag sei zwar formal richtig gestellt und mit 47 Unterschriften untermauert worden. Dennoch sei die Vertretung inhaltlich anderer Meinung - im Konsens mit der überwiegenden Anzahl der Bürger der Gemeinde, so Bürgermeisterin Viola Tonn. Wöbbelin zieht eine eigenständige Lösung vor.

Dennoch ist das Thema damit nicht vom Tisch. Zum Einen, weil die Vertretung einen Formfehler beging. Sie gab dem im Raum anwesenden Antragsteller Wolfgang Hilgenböker nicht die Möglichkeit, seinen Antrag mündlich zu begründen (siehe "Stichwort"). Zum Anderen, weil Ereignisse in Ludwigslust und Schwerin den Wöbbelinern das Heft des Handelns aus der Hand zu nehmen scheinen: So hat der zuständige Abteilungsleiter im Umweltministerium, Günther Leymann, den Abwasserzweckverband ZkWAL Ludwigslust im Falle Wöbbelins davon befreit, im Einvernehmen mit der Gemeinde zu handeln (SVZ berichtete). Woraufhin Verbandsgeschäftsführer Stefan Lange informierte, dass die Bagger rollen würden, sobald ZkWAL-Vorstand und Verbandsversammlung zugestimmt hätten. Ob das Thema auf der heutigen Vorstandssitzung auf der Tagesordnung steht, ist zu vermuten, denn die Überleitung vom Klärwerk Neustadt-Glewe bis zur Funkamtssiedlung ist erklärtermaßen noch für dieses Jahr geplant.

Die Situation in Wöbbelin ist verfahren, die Spaltung in Zentralanschluss-Befürworter und Gegner offensichtlich, wobei letztere die deutliche Mehrheit bilden. Bürgermeisterin Viola Tonn schlug einen Gesprächstermin beim Zweckverband am Tage der Gemeindevertretersitzung in letzter Minute aus, bei dem sowohl die Untere Wasserbehörde als auch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) zugegen waren. Dies sei auf Anraten des Rechtsbeistandes der Gemeinde geschehen. Man habe bis zuletzt auf Zahlen vom Stalu gewartet, die eine zentrale Lösung untermauern. Die seien aber nicht gekommen, so Viola Tonn. Warum ausgerechnet die beiden Gemeindevertreter, die für eine zentrale Lösung in Wöbbelin stehen, eine Extra-Einladung zu der Veranstaltung erhielten, bleibt im Reich der Spekulationen. Möglicherweise sollen Informationen nicht versickern. Denn die zuständigen Fachbehörden lehnen das Wöbbeliner Alternativ-Konzept, von der Hallenser Fachfirma Urag erstellt, als wirtschaftlich und ökologisch schlechter ab - untermauert auch durch ein Gutachten des Dekans der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Uni Rostock, Prof. Dr. Hartmut Eckstädt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen