IHK Schwerin : Kampf IHK-Thron: Thon gegen Klinckmann

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Bei der Wahl des neuen IHK-Präsidenten am 10. Dezember hat Amtsinhaber Hans Thon aus Schwerin überraschend einen Herausforderer: Gerhard Klinckmann aus Picher.

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20. November 2014, 21:11 Uhr

Die Wahl des neuen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin wird spannender als bisher gedacht. Erst war gar kein Kandidat auszumachen, jetzt wird es mindestens eine Kampfabstimmung zwischen dem bisherigen Präsidenten Hans Thon aus Schwerin und Gerhard Klinckmann aus Picher geben.

Noch vor Tagen gab es für das formal höchste Amt in der Kammer offiziell überhaupt keinen Kandidaten. Denn auch der bisherige Amtsinhaber hatte unter Zeugen immer wieder offen gelassen, ob er wieder antritt. Gegenüber SVZ gab er zu, dass er am liebsten Vizepräsident sein würde. Nach der Wahl der neuen Vollversammlung sei er aber von einigen angesprochen worden, sich dem Amt erneut zu stellen. „Ich möchte in diesem Amt die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen können“, bekannte sich der 71-Jährige zur Kandidatur. Thon, der eigentlich aus Lüneburg kommt und auch in Parchim und Ludwigslust wirtschaftlich tätig ist, wird in den Schwerin umgebenden Landkreisen jedoch als Schweriner gesehen.

Jetzt haben die Flächenkreise mit dem 61-jährigen Gerhard Klinckmann aus Picher einen eigenen Kandidaten in Stellung gebracht. „Es ist zum einen die Aufforderung nicht weniger Unternehmerkollegen aus Südwestmecklenburg, mich der Aufgabe und damit der Wahl zu stellen. Zum anderen ist es die neu ausgerichtete Wahlordnung der Kammer, die nun ein reales Spiegelbild der wirtschaftlichen Stärke der einzelnen Regionen gibt. Ich werde daher meinen Hut in den Ring werfen“, erklärte der Fachmann der Kfz-Branche gegenüber SVZ.

Bei der Wahl am 10. Dezember kommt es nur auf die 44 Mitglieder der neuen Vollversammlung an, die in diesem Jahr gewählt wurden. Allerdings lag die Wahlbeteiligung über alle Unternehmen nur knapp jenseits der acht Prozent. Ein Ergebnis, das nicht nur für den bisherigen Kammerpräsidenten Thon enttäuschend war.

In der früheren Mitgliederversammlung hatten vor allem Schweriner Vertreter den Ton angegeben. Das ändert sich jetzt. Im neuen Gremium haben allein die Vertreter aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim 17 Mandate, gestaffelt nach Branchen. Die Landeshauptstadt kommt nur noch auf neun Sitze, Nordwestmecklenburg hat zwölf Sitze.

Der Kandidat aus der Fläche hat somit aussichtsreiche Chancen, wenn er die Unternehmer aus seiner Region hinter sich versammeln kann. Vor allem die Lust auf einen kompletten Neuanfang könnte der IHK zu Schwerin einen neuen Präsidenten bescheren.

Amtsinhaber Thon sieht das Ganze sportlich. Zum einen sei er nach wie vor in Parchim und Ludwigslust als Immobilienentwickler tätig. Zum anderen stelle er sich gern der demokratischen Herausforderung.

Klinckmann hat das Problem, dass er sich vielen in Schwerin und in Nordwestmecklenburg erst noch bekannt machen muss. Zudem war der Chef einer Lackiererei bis vor Kurzem auch noch stellvertretender Präsident der Handwerkskammer. Dort fand man die Kandidatur Klinckmanns für die Vollversammlung der IHK nicht lustig, es kam zum Eklat, der Mann aus Picher trat zurück. „Ich wollte die realen Gemeinsamkeiten der IHK und der Handwerkskammer im Interesse der Wirtschaft und unserer Unternehmen weiter befördern.“

Ob es bei der Wahl am 10. Dezember bei dem bisherigen Zweikampf bleibt, ist offen. Der Schweriner Unternehmer Torsten Hecht, der ebenfalls zu den gewählten 44 Mitgliedern gehört, geht davon aus, dass es noch mehr Kandidaten geben werde. Grundsätzlich begrüße er es aber schon, dass es eine Wahl gebe. „Von im Vorhinein abgekarteten Sachen halte ich nichts.“

Frank Speck, Unternehmer aus Möllin in Nordwestmecklenburg: „Es ist gut, eine freie Wahl zu haben. Und es ist wichtig, dass endlich die Fläche in der IHK auch eine wichtigere Rolle spielt. Regionen wie Nordwestmecklenburg müssen mehr Einfluss haben.“

Ruth Jürß, Entsorgungsunternehmerin aus Wittenburg: „Ein wenig Konkurrenz ist gut, besser, als nur einen wählen zu können. Die kleineren Unternehmen müssen in der Kammer auch eine Stimme haben, dafür steigen jetzt die Chancen, wir brauchen da neue Ideen.“

Thomas Wurbs, Unternehmer aus Ludwigslust, outete sich als Anhänger Gerhard Klinckmanns: „Ich kenne ihn aus dem Unternehmerverband und auch aus wirtschaftlichen Kontakten. Ich halte ihn für fähig und integer, meine Stimme hat er.“ Alle hier Gefragten gehören zum Kreis der 44 gewählten Mitglieder der Vollversammlung. Wie auch Christin Hahne aus Wismar, die sich aber als Neuling bedeckt hielt. Dass es mehrere Kandidaten gibt, könne sie jedoch nur gut finden.

23 Stimmen, einfache Mehrheit, werden reichen, um den neuen Präsidenten zu küren. Auch wenn es keiner zugeben will, hat hinter den Kulissen das Werben der einzelnen Lager schon längst begonnen. Klinckmann wirbt damit, sich für eine hohe Transparenz der Kammerarbeit einzusetzen. In den vergangenen Jahren sei gute Arbeit geleistet worden. Der Meinung ist aber auch Hans Thon, der sich viele Veränderungen der vergangenen Jahre auch auf seine Fahnen schreibt.

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