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Gesprächsrunde in Neu Gülze : Kampf gegen Lkw-Belastung auf B5

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Der geplante Schwerlastverkehr auf der B5 erhitzte in einer Gesprächsrunde des Landrates Rolf Christiansen mit Bürgermeistern und Einwohnern aus Kommunen des Amtes Boizenburg-Land die Gemüter.

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erstellt am 02.Mär.2011 | 08:26 Uhr

Neu Gülze | Kreisgebietsreform, Gemeindefusionen, Engagement im Ehrenamt, Kommunalwahlen, A 14, Gigaliner - um viele Themen ging es am Dienstagabend bei der Gesprächsrunde des Landrates Rolf Christiansen mit Bürgermeistern und Einwohnern aus Kommunen des Amtes Boizenburg-Land im Dorfgemeinschaftshaus Neu Gülze.

Aber nur ein Thema erhitzt nach wie vor die Gemüter - der Schwerlastverkehr auf der B5. Mit dem verordneten Tempo 30 und den in den Orten entlang der B 5 aufgestellten freundlichen Hinweisschildern für die Lkw-Fahrer, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen, schien die endlose Blechkarawane verschwunden zu sein. "Aber jetzt ist wieder verstärkt zu beobachten, dass sich kaum einer an das Tempo 30 hält, auch die mehrsprachigen Schilder werden kaum beachtet. Wir beobachten wieder mehr Lkw-Verkehr, der Anteil ausländischer Lkw steigt deutlich an", macht Gemeindevertreter Frank Ahlers aus Neu Gülze in der Öffentlichkeit erneut auf das Problem aufmerksam. Er ist stellvertretender Sprecher der Initiative gegen Mautumfahrung auf der B 5 und einer der engagiertesten Mitstreiter im Kampf gegen den Lkw-Terror auf der Bundesstraße. "Unsere Forderung ist die Sperrung der B 5 für Lkw ab zwölf Tonnen." Das sieht auch Peter Hamdorf so, der sich dahingehend äußerte, dass die Region um Boizenburg auch von der Lauenburger Sperrung profitiere. Der junge Mann sitzt für die CDU im Kreistag und ist in der Jungen Union sehr engagiert. Allerdings, so Peter Hamdorf, sollte der regionale Verkehr bei einer Lkw-Sperrung außen vor gelassen werden, da es sonst zu einem Wettbewerbsnachteil der heimischen Spediteure kommen würde.

"Der Landkreis Herzogtum-Lauenburg hat es doch mit der Aktion in Lauenburg und der Sperrung der B 5 für Lkw vorgemacht, dass es geht", ergänzt Ahlers. "Der Landkreis Herzogtum-Lauenburg ist angewiesen worden, etwas zu tun, was rechtswidrig ist", entgegnete Landrat Christiansen.

Im Klageverfahren keine Aussicht auf Erfolg

"Wir haben dann auf Anweisung von Verkehrsminister Schlotmann vor Grabow die B5 gesperrt. Aber das kann keine Lösung sein, weil ich glaube, dass wir als Kreis in einem Klageverfahren keinen Erfolg haben würden. Es gibt rechtliche Verordnungen für Bundesstraße und so auch für die B5, die kann ich vor Ort nicht ändern", versuchte der Landrat den Anwesenden im Dorfgemeinschaftshaus davon zu überzeugen, dass ihm für weitere einschneidende Maßmahmen die Hände gebunden sind. "Wir haben Zählungen veranlasst und nach den Ergebnissen werden wir nicht dazu kommen können, die B5 für Lkw zu sperren, zumal es keine gesetzliche Regelung gibt, die Lkw verpflichtet, die Autobahn zu benutzen." Zudem sei durch die vom Kreis eingeleiteten Maßnahmen eine Entspannung eingetreten, die Konvoi-Fahrten als größter Störfaktor seien verschwunden. Für Frank Ahlers und seine Mitstreiter geht das alles nicht weit genug, er wird den Kampf mit der Bürgerinitiative fortsetzen. "Wir wollen doch nur, dass die Lkw, die Mautflüchtlinge sind, von der B5 wieder auf die Autobahn gezwungen werden." Landrat Christiansen drängt auf eine Lösung, die die B5 in ihrer Gesamtheit betrifft. "Brandenburg, MV, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg müssen an einen Tisch. Eine erste Runde fand bereits statt, Verabredungen wurden getroffen. Einige Länder haben zugesagt, andere tun nichts. Wir brauchen bereits in Brandenburg eine genaue Analyse, wo die Verkehrsströme herkommen. Die das Problem des Schwerlastverkehrs betreffenden Länder sind alle in der Pflicht, sich über die Moderation des Bundes hinzusetzen und eine vernünftige Lösung zu finden." Frank Ahlers aber lässt nicht locker, er will im Superwahljahr 2011 auch die Politiker und Kandidaten der anderen Parteien in die Pflicht nehmen. Und er will wohl eine weitere Einwohnerversammlung einberufen, um die nächsten Schritte abzustecken.


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