Kameraden schaffen sich ein neues Domizil

Rüdiger Möller ist seit 15 Jahren Ortswehrführer in Glaisin. Zurzeit 'stürmt' er  mit seinen Mitstreitern jeden Mittwoch nach Feierabend die Malerleiter.   Foto: Thorsten Meier
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Rüdiger Möller ist seit 15 Jahren Ortswehrführer in Glaisin. Zurzeit "stürmt" er mit seinen Mitstreitern jeden Mittwoch nach Feierabend die Malerleiter. Foto: Thorsten Meier

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12. November 2009, 01:57 Uhr

Glasin | Noch riecht es ein wenig nach Farbe, steht eine Malerleiter mitten im Raum und zeugen ein Tapeziertisch sowie blaue Müllsäcke von der Emsigkeit, die hier jeden Mittwoch nach Feierabend herrscht.

"Wir sind immer fünf bis sieben Leute, die hier für zwei bis drei Stunden mit anpacken", erzählt Rüdiger Möller. Der 50-Jährige ist seit 15 Jahren Ortswehrführer und "befehligt" 24 Aktive und sieben Ehrenmitglieder. Seit September sind die Kameraden dabei, sich ihr Domizil schöner zu machen. "Wir haben den bisherigen Aufenthaltsraum von 30 auf etwa 50 Quadratmeter vergrößert. Außerdem wurden ein Abstellraum und ein Büro neu geschaffen. Auch die Küchenecke wird neu gestaltet", berichtet der örtliche Brandbekämpfer und lässt auch nicht unerwähnt, dass die Kameraden den dazu notwendigen Abriss und die Malerarbeiten in Eigenregie durchgeführt haben. "Bis Ende November wollen wir mit allem fertig sein", sagt Möller, während er stolz die neuen Räume präsentiert. Die Stadt Ludwigslust investiert rund 12 500 Euro für überörtliche Aufgaben in das Feuerwehrgebäude der Glaisiner Kameraden. Für Versammlungen und Ausbildungsstunden müssen die Blauröcke dann ab Dezember nicht mehr in andere Räume in der Gemeinde ausweichen.

Ausweichen müssen die Glaisiner Brandbekämpfer jedoch immer mehr auf ältere Mitstreiter. Denn junge Leute sind jetzt entweder studieren oder arbeiten auswärts. Auch den Glaisinern fehlt wie den Wehren in unserem Landkreis der Nachwuchs. In einer immer älter werdenden Gesellschaft gibt es zwangsläufig auch immer weniger junge Menschen, die beherzt zu Wasserpumpe oder Schlauch greifen möchten. Zum Kreisfeuerwehrverband zählen derzeit 13 Amtsbereiche mit 6212 Mitgliedern in 160 freiwilligen Feuerwehren. Neun Jugendwehren mit 87 Mitgliedern gibt es insgesamt. Kreisweit sind in den freiwilligen Feuerwehren zum jetzigen Zeitpunkt 1109 Heranwachsende in 93 Jugendfeuerwehren tätig.

"Wir wollen mit dieser Modernisierung auch den jungen Leuten im Ort die Feuerwehr ein Stück schmackhafter machen. Denn eigentlich ist es bei uns auch so, dass der Vater den Sohn für die Wehr begeistert", stellt Jürgen Behrends fest. Der Ortsteilvorsteher von Glaisin lässt keinen Zweifel daran, dass nur das freiwillige Engagement der Kameraden dieses Projekt erst möglich machte. "Ohne die Eigenleistungen, die einen Wert von 7000 Euro darstellen, wäre diese Maßnahme in diesem auslaufenden Jahr gar nicht möglich gewesen", erklärt Behrends und lobt im selben Atemzug den ehrenamtlichen Fleiß seiner Blauröcke.

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