Kahlschlag am Schweriner Außensee

Illegale Aktion: Bei Hundorf wurden selbst  im geschützten  Bereich des Seeufers Bäume gefällt. Jetzt ermittelt die Umweltbehörde von Nordwestmecklenburg.
Illegale Aktion: Bei Hundorf wurden selbst im geschützten Bereich des Seeufers Bäume gefällt. Jetzt ermittelt die Umweltbehörde von Nordwestmecklenburg.

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07. April 2010, 07:45 Uhr

Hundorf | Für etwa 20 Erlen, Eschen und Buchen am Ufer des Schweriner Außensees bei Hundorf gibt es kein Frühlingserwachen. Die mächtigen Bäume wurden vor einigen Wochen gefällt, ihre Stämme liegen seitdem zum Teil im Wasser. Doch nicht allein dieser unschöne Anblick sorgt für Unmut. "Was da passiert ist, ist ganz seltsam - und vor allem illegal", sagt Seehofs Bürgermeisterin Christiane Schwonbeck. Sie wurde von aufmerksamen Passanten, die den hier verlaufenden Wanderweg am Schweriner Außensee nutzen, über die Fällaktion informiert. Seitdem wird nun nach dem Verursacher gesucht. Denn keiner kann sagen, wer hier die Motorsäge angesetzt hat. Fest steht nur, dass Bäume am Seeufer im Landschaftsschutzgebiet standen. Für deren Fällung wäre eine Genehmigung nötig gewesen. Diese lag nicht vor. Die Kreisverwaltung in Grevesmühlen hat jetzt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und ermittelt gegen Unbekannt, informiert die Pressestelle des Landkreises. Da geht es aber nur um den direkten Uferstreifen. Der angrenzende Hang, wo ebenfalls einige Bäume gefällt wurden, gilt bereits als Wald. Auch die Förster sahen den Kahlschlag nicht so gern. Doch eingreifen werde das zuständige Forstamt Schönberg nicht, wenn die Fläche innerhalb von drei Jahren wieder aufgeforstet wird. Verantwortlich dafür ist der Grundstückseigentümer.

Dieser hatte gegenüber den Umweltbehörden angegeben, nichts von der Fällaktion gewusst zu haben. Er hatte vermutet, dass ABM-Kräfte hier Platz für einen Radweg schaffen. Für eine direkte Stellungnahme war der Grundstückseigentümer nicht zu erreichen.

Bürgermeisterin Christiane Schwonbeck betont, dass es solch eine AB-Maßnahme nicht gibt. Die Gemeindevertreter befassten sich auf ihrer jüngsten Beratung mit diesem Thema und verlangen eine lückenlose Aufklärung. "Wir müssen verhindern, dass solch eine illegale Fällaktion im sensiblen Uferbereich Nachahmer findet", macht Schwonbeck deutlich. Dabei setzt die Bürgermeisterin auch auf die Öffentlichkeit und auf konkrete Hinweise zu den Verursachern.

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