Kätzchen vor Erfrieren gerettet

Angelika Bornmann hat die jungen Katzen in ihr Herz geschlossen und versorgt die ausgesetzen Tiere so gut es geht. Foto: Dieter Hirschmann
Angelika Bornmann hat die jungen Katzen in ihr Herz geschlossen und versorgt die ausgesetzen Tiere so gut es geht. Foto: Dieter Hirschmann

Sie konnte es nicht mehr mit ansehen, wie die drei kleinen hungrigen Katzen vor ihrer Haustür Schutz und Futter suchten. Angelika Bornmann nahm sich ein Herz und holte die kleinen Tiere in ihre Wohnung, um sie vor dem Erfrieren zu retten.

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25. November 2008, 07:11 Uhr

Alt Zachun | Als die Nachttemperaturen immer tiefer in den Keller sanken, machte sich die Katzenfreundin Angelika Bornmann aus Alt Zachun so ihre Sorgen. Die kleinen Kätzchen vor ihrer Wohnungstür draußen in der kalten Nacht hatten nicht viel zuzusetzen. Sie waren erst wenige Wochen alt und hatten Hunger ohne Ende.

"Ich gehe fest davon aus, dass jemand die erst wenige Wochen jungen Kätzchen ausgesetzt hat, so junge Katzen laufen von ihrer Mutter nicht weg. Und da wir ein katzenfreundliches Haus sind, wir selbst zwei Tiere haben, fühlten sich die drei Kleinen zu unseren Futternäpfen hingezogen", erzählt Angelika Bornmann, die die Findelkinder bei sich aufnahm. "Ich hatte außerdem Angst, dass die Tiere die frostigen Nächte der vergangenen Tagen nicht überleben würden, deshalb habe ich mich dazu entschieden", sagte sie. Die kleinen Kätzchen fühlen sich in ihrer Wohnung sichtlich wohl.

"Ich musste mich einfach um die Tiere kümmern, weil sie krank sind, die Augen und die Nasen sind vereitert. Sie müssen mit Kamille gepflegt werden. Ich mache was ich kann, leider sind mir aber die Hände gebunden, ich kann nicht auf Dauer die drei jungen Tiere mit versorgen", beklagt die Alt Zachunerin, die zwei von den Kleinen gern abgeben möchte, wenn die Tiere gesund und handzahm sind. Voraussetzung dafür ist, dass sie vom Tierschutzbund eine so genannte Pflegestelle bekommt, damit die Kosten für die Tiere ein wenig ersetzt werden. Wer Interesse an einem Tier hat, kann sich an die Schweriner Volkszeitung, Hagenower Kreisblatt, wenden.

Beim Ordnungsamt des Amtes Hagenow Land stieß Angelika Bornmann mit ihrer Bitte, die Tiere in ein Tierheim einzuweisen, nicht auf Gegenliebe. Der Leiter des Ordnungsamtes Wilfried Bürger sieht die Situation emotionslos. "Ich muss mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln sorgsam umgehen, und ich muss mich vor allem an die Gesetzlichkeiten halten", sagte er auf SVZ-Nachfrage. Für die Kosten beim Verwahren von Fundtieren gibt es einen Erlass des zuständigen Ministeriums, an das sich auch das Amt Hagenow Land halten muss. Nur wenn von einem herrenlosen Tier im konkreten Einzelfall eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht, besteht Handlungsbedarf. "Und da sich Frau Bornmann um die Fund tiere gekümmert hat, übernimmt sie außerdem die Obhut für die Katzen", sagte Wilfried Bürger.

Erika Katlun vom Hagenower Tierheim schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, weil sie keine Katzen mehr aufnehmen kann.

"Wir versorgen zwischen 60 bis 70 Katzen, und wir sind hoffnungslos überfüllt. Unsere Kapazität liegt bei 30 Katzen. Da sind wir froh, wenn Fundtiere in persönliche Obhut genommen werden", sagte sie.

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