zur Navigation springen
Lokales

14. Dezember 2017 | 03:41 Uhr

"Kämpft für diese Polizeiwache"

vom

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2011 | 07:20 Uhr

Wittenberge | Mit einer Petition wenden sich Bürger aus Wittenberge und Umgebung an den Landtag. Darin fordern sie den Erhalt der Polizeiwache, fordern eine Korrektur der vom Aufbaustab vorgeschlagenen Schließung. Gestern stellte die Bürgerinitiative "Pro Polizeiwache Wittenberge" die Petition auf einer Einwohnerversammlung vor.

Noch bestehe Hoffnung, erst Ende Mai will Innenminister Dr. Dietmar Woidke entscheiden, sagte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. In einem Schreiben an die betroffenen Bürgermeister, neben Wittenberge sollen im Land vier weitere Wachen geschlossen werden, formulierte Woid ke: "Der Vorschlag der Aufbaustäbe scheint mir gut durchdacht." Aber er wolle noch einmal mit allen Betroffenen sprechen.

Das zumindest müsse man erwarten können, so der Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann (CDU) und weiter: "Der Innenminister muss herkommen, den Bürgern Rede und Antwort stehen." Was sie ihm sagen würden, wurde gestern mehr als deutlich. "Wir haben ein Grundrecht auf innere Sicherheit", so Ellen Kübeck als Vorsitzende des Seniorenbeirates. Sie spreche für 60 Prozent der Wittenberger und das seien alles "Noch-Wähler".

Autohof bei Karstädt, Autobahnabfahrt Wittenberge, neue Gleise am Bahnhof - hier passiert etwas, das müsse geschützt werden, so Heribert Wiebeck. Der Polizist forderte: "Meckern, melden, aber sachlich bleiben", was angesichts der Argumente gar nicht schwer falle: Höchste Unfall- und Kriminalitätsstatistik im Kreis, Einwohnerdichte, Infrakstruktur, Großveranstaltungen - alle von Minister Woidke selbst geforderte Kriterien für eine Polizeiwache erfülle die Stadt. Deshalb forderte Heribert Wiebeck: "Unterschreibt, kämpft für diese Wache."

Altbürgermeister Klaus Petry (SPD) kritisierte, dass der Aufbaustab "nicht sachgerecht, sondern nach geografischen Gesichtspunkten" entschieden habe. Petry rief die Wittenberger auf, "noch wesentlich aktiver und stärker aufzutreten", als in der gestrigen Versammlung. Udo Becker, langjähriger Leiter des Schutzbereiches Prignitz, lehnt aus seiner Berufserfahrung eine Wachen schließung ab: "Das ist nicht machbar."

Wittenberges Polizei würde von jetzt 71 auf nur noch 17 Beamte schrumpfen, fünf Revierpolizisten, zwölf Mann Wasserpolizei. Landesweit sollen 1900 Stellen gestrichen werden, das sind rund 23 Prozent. "Nur wer die Augen schließt, wird den Stellenabbau nicht sehen", meinte Landrat Hans Lange (CDU). Cumlosen Bürgermeister Harald Pohle und sein Weisener Kollege Berndt Wiechert wollen ebenfalls Unterschriftenlisten auslegen.

In Wittenberge könne ab Dienstag Listen im Bürgerbüro unterschrieben bzw. abgeholt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen