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Das Hansa-Urgestein feiert Geburtstag : Juri Schlünz wird heute 50

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Den Anruf können sich Gratulanten sparen. Juri Schlünz befindet sich heute, an seinem 50. Geburtstag, mit Gattin Astrid, den Söhnen Marcel und Marko sowie deren Freundinnen im Ausland und hat das Handy ausgeschaltet.

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erstellt am 26.Jul.2011 | 07:46 Uhr

Den Anruf können sich potenzielle Gratulanten sparen. Juri Schlünz befindet sich heute, an seinem 50. Geburtstag, mit Gattin Astrid (48), den Söhnen Marcel (27) und Marko (24) sowie deren Freundinnen im Ausland („Auf Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer, falls mich einer besuchen will“) und hat das Handy ausgeschaltet („Um dem Verein Kosten zu sparen“).

Der Jubilar bestritt 406 Pflichtspiele für den FC Hansa (Rekord). Jahrelang ging er als Kapitän und später auch Trainer voran. Heute ist er Leiter der Hansa-Nachwuchsakademie (Vertrag bis 2012), und er ist es gern: „Ich habe hier eine tolle Aufgabe gefunden und was ins Rollen gebracht. Ich will noch was bewegen bei Hansa Rostock und würde das am liebsten drei, vier Jahre weitermachen. Allerdings nicht, bis ich 60 bin. Mit 50 stellt man sich auch die Frage, ob es neue Herausforderungen gibt, und ich möchte später gern noch mal eine Mannschaft trainieren, wenngleich nicht 1. oder 2. Bundesliga.“

„Ich bin vom Schicksal gut behandelt worden“

Zum Halbjahrhundert-Jubiläum darf ein Rückblick nicht fehlen. „Da zieht man schon mal ein kleines Fazit, die Zeit nach hinten heraus wird ja immer begrenzter. Ich bin“, sagt Schlünz in seiner bescheidenen Art, „vom Schicksal gut behandelt worden, relativ vernünftig durchs Leben gekommen, seit 27 Jahren mit einer tollen Ehefrau verheiratet, habe eine gute Familie. Ich bin sehr zufrieden und stelle überhaupt keine Ansprüche für die nächsten Jahre.“

Wobei, einen kleinen Wunsch hätte der frühere Mittelfeldregisseur schon: einen Enkel. Er selbst formuliert es als „Appell“ an seine Söhne so: „Ich hoffe, dass es nach dem 50. in Richtung Opa steil bergauf geht. Wenn möglich, soll es ein Junge sein, der dann jüngstes Mitglied des FC Hansa werden kann.“

Er sei jetzt eine Woche weg, „um dem ganzen Trubel ein bisschen aus dem Weg zu gehen“, gesteht Juri Schlünz. „Wir sind mitten in der heißen Wechselperiode, da kann ich ja nicht so lange Urlaub machen. Trotzdem sei es mir gestattet, dass ich, wenn ich 50 werde, mit meiner Familie kurz was unternehme.“

Gleichwohl werde es nach seiner Rückkehr ein paar Feierlichkeiten geben. Zum Beispiel „eine reine Männer-, fast schon Ü50-Party, zu der ich 40 Wegbegleiter und Kumpels, auch Nicht-Fußballer, eingeladen habe“. Eine ganze Reihe namhafter Ex-Hanseaten wie Rainer Jarohs, Axel Schulz, Michael Mischinger, Hilmar Weilandt, Jens Dowe und Andreas Zachhuber wird da zusammenströmen. Mit den Angestellten des FC Hansa, so das Urgestein, „werde ich mich auch noch mal kurz hinsetzen“.

Anlässlich seines Abschiedsspiels „Oberliga-Nostalgie-Team gegen Elf der noch Aktiven“ am 3. Juli 1994 in Graal-Müritz hatte Juri Schlünz die Hoffnung geäußert, „100 Jahre alt zu werden“. Die Hälfte hat er jetzt hinter sich – und nimmt es mit Humor: „Mit 50 braucht man langsam eine Brille bei der täglichen Arbeit am Computer. Meine wird auf der Werft gerade aus einem Stück geschnitzt.“

Juri Schlünz in Stichpunkten

  • Geboren: 27. Juli 1961 in Berlin

  • Erfolge: 406 Pflichtspiele für den FC Hansa Rostock einschließlich Europapokal und 1. Bundesliga, Meister und Pokalsieger 1991, sechs Einsätze in der U21-Nationalmannschaft und drei in der Olympia-Auswahl der DDR, als Trainer u. a. Platz neun in der 1. Bundesliga 2003/04 mit dem FC Hansa

  • Erstes Punktspiel für Hansa: 22. September 1979 in der DDR-Liga 3:0 gegen die BSG Schiffahrt/Hafen Rostock

  • Erste Punktspieltore für Hansa: in der gleichen Partie das 2:0 (50.) und 3:0 (70.) jeweils durch Kopfball

  • Letztes Punktspieltor für Hansa: das 1:0 (39.) beim 2:0 gegen den Chemnitzer FC am 6. Juni 1993

  • Letztes Punktspiel für Hansa: 22. April 1994 in der 2. Bundesliga 0:3 beim Chemnitzer FC (66. eingewechselt, 82. Rote Karte wegen angeblicher Tätlichkeit)

  • Historisch: Schlünz sah im Ost-West-Meisterduell mit dem 1. FC Kaiserslautern am 30. Juli 1991 (1:2) als erster Spieler in der Geschichte des deutschen Fußballs Gelb-Rot
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