zur Navigation springen
Lokales

23. Oktober 2017 | 11:43 Uhr

Jurastudium: Uni geht neue Wege

vom

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2010 | 07:37 Uhr

Rostock | Die Universität Rostock definiert ab dem Wintersemester 2010/2011 mit der Einführung des neuen Bachelorstudiengangs "Wirtschaft, Gesellschaft, Recht - Good Governance" die Rechtswissenschaft ganz neu. Damit schafft die Uni einen Ersatz für die auslaufende Juristenausbildung. Der neue Studiengang zeichnet sich durch seine interdisziplinären Inhalte aus und ist deutschlandweit einzigartig. Bisher haben sich 122 Abiturienten für "Good Governance" eingeschrieben. Momentan wird der Studiengang zulassungsfrei angeboten. Nachdem 2008 die Immatrikulationen für das Jura-Studium mit Abschluss Staatsexamen zu Ende gegangen war und auch der verbliebene Teilstudiengang "Öffentliches Recht" zum Wintersemester 2010/2011 gestrichen wurde, belebt nun "Wirtschaft, Gesellschaft, Recht - Good Governance" die Juristische Fakultät neu.

Bundesweit einzigartiger Ausbildungsweg

Nach Angaben des Studiengang-Koordinators Prof. Jörg Benedict, ist das neue Angebot keine Juristenausbildung mit Staatsexamen im Bachelor- und Mastergewand, sondern eine reformierte Ausbildung für Rechtswissenschaftler. In dem neuen Studiengang sollen die Studenten methodische Kompetenzen erlernen, die es ihnen ermöglichen, auf neue Sachverhalte individuelle Lösungsansätze zu finden. Während Jura-Studenten die Rechtsanwendung lernen, befassen sich die angehenden "Bachelor of Law" mit der kompetenten Rechtsgestaltung. Der Prodekan der Juristischen Fakultät, Prof. Wilfried Erbguth, sagt: "Dem Jura-Studium hat es an Breite gefehlt und das Grundverständnis für Recht ging so verloren." Der Universitätsrektor Prof. Wolfgang Schareck fügt hinzu: "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und damit bundesweit etwas Einzigartiges geschaffen."

Das vierjährige Studium ist in das juristische Propädeutikum, in die Elementarlehre und in die Spezialisierung aufgeteilt. Ziel des Studienganges ist die Vermittlung des Rechts unter Einbeziehung der rechtsformenden Kräfte und Perspektiven. Der Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Wolfgang März, sagt: "Die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Problemlagen sind komplex strukturiert und nur durch einen konsequent interdisziplinär ausgerichteten Ansatz zu lösen." Die Absolventen von "Good Governance" können beispielsweise in der Rechtsberatung tätig werden, in Verlagen oder Medienunternehmen arbeiten oder in internationalen Organisationen beruflich Fuß fassen. Schareck sagt: "Wir haben mit dem Teilstudiengang Öffentliches Recht gute Erfahrungen gemacht. Viele Unternehmen fragen nach breit ausgebildeten Absolventen." Mit dem Abschluss "Bachelor of Law", den die Studenten nach acht Semestern Regelstudienzeit machen, stehen ihnen viele Möglichkeiten offen: Sie können direkt in den Beruf einsteigen oder den universitären Weg weiterverfolgen. Dabei besteht sowohl die Möglichkeit eines weiterführenden Masterstudiums in Rostock, als auch der Wechsel an eine andere Uni, um dort das Staatsexamen abzulegen und so Volljurist zu werden. Mit dem Bachelor- oder Masterabschluss des neuen Studiengangs ist es bislang nicht möglich, Anwalt, Staatsanwalt oder Richter zu werden. Dazu ist weiterhin das Staatsexamen nötig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen