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Marko Röse möchte gerne nach MV zurückkehren : Junger Fischer sucht (s)einen See

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Marko Röse ist enttäuscht. Der Fischereimeister, in der Warnowstadt geboren, möchte in die mecklenburgische Heimat zurückkehren. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Nahezu alle Seen sind verpachtet.

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2011 | 08:43 Uhr

Bützow | Marko Röse ist enttäuscht. Der Fischereimeister, in der Warnowstadt geboren, möchte gerne wieder in die mecklenburgische Heimat zurückkehren. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Der 29-Jährige, der derzeit beim Angelverband im Saarland beschäftigt ist, würde sich gerne selbständig machen. "Doch es gibt mir keiner eine Chance, einen Fischereibetrieb zu übernehmen, oder einen neuen aufzubauen", erklärt Röse.

Dabei hätte er dazu gute Voraussetzungen, sagt Bützows Fischer Walter Pietzack. Bei ihm hat Röse das Fischreihandwerk erlernt. 2001 war Marko Röse zweitbester Lehrling seines Jahrgangs in Mecklenburg-Vorpommern. Und auch die Meisterprüfung hat er mit der Note zwei abgeschlossen.

Nun würde sich Röse gern auf die eigenen Beinen stellen, selbst ein Gewässer übernehmen, am liebsten in der mecklenburgischen Heimat. "Ich schaue im Internet nach geeigneten Wasserflächen oder bekomme auch über Mundpropaganda einiges mit", sagt Röse. Doch seine Bemühungen blieben bisher erfolglos. Der Grund: "Es sind nahezu alle Gewässer verpachtet", sagt Gerhard Martin vom Referat Fischerei im Schweriner Landwirtschaftsministerium. "Junge Fischer haben nur dann eine Chance, wenn sie den Betrieb von einem älterem Kollegen übernehmen könnten."

Zuletzt hatte Marko Röse davon gehört, dass für den Dobbertiner See und den Malchiner See ein neuer Fischer gesucht werde. Doch er bekam den Zuschlag nicht. Für den Güstrower Inselsee läuft gegenwärtig noch die Ausschreibung. Hilfe bei seinem Bemühungen, in MV wieder Fuß zu fassen, erhält Marko Röse von seinem Lehrmeister. Doch Walter Pietzack weiß auch, dass es nicht so einfach ist, in bestehende Strukturen des Fischereiwesen hineinzukommen. Vor allem gebe es Unternehmen, die einen großen Teil der See in der Hand halten.

Dazu gehöre die Müritz-Plau GmbH. Die "Müritzfischer" bewirtschaften mit rund 27 000 Hektar nahezu die Hälfte der gesamten Wasserfläche, die in MV fischereilich genutzt wird. Dazu gehören u.a. der Kölpin- und der Fleesensee. "Wir haben unsere Gewässer vom Bund, Land, den Kommunen sowie von Privatpersonen gepachtet", erklärt Jens-Peter Schaffran, Geschäftsführer der Müritz-Plau GmbH. Das Unternehmen beschäftigt knapp 100 Angestellte. Den Vorwurf, den der Bützower Fischer Walter Pietzack gegenüber SVZ äußert, dass das Unternehmen Teile der Gewässer gar nicht nutzt, widerspricht Schaffran. Die Firma setze auf eine langfristige Nutzung, bewirtschafte einige der Gewässer in verschiedenen Zyklen. Eine Unterverpachtung sei deshalb nicht Bestandteil der Firmenphilosophie.

Marko Röse bleibt trotzdem am Ball. Denn der 29-Jährige ist mit Leib und Seele Fischer, würde gern wieder in seine Heimat Mecklenburg-Vorpommern zurückkehren. "Beim Fischereiberuf ist jeder Tag anders, das macht die Arbeit so spannend", erzählt er.

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