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Lokales

22. Oktober 2017 | 05:00 Uhr

Junge Union gegen CDU-Energiepolitik

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erstellt am 13.Jun.2011 | 06:12 Uhr

Wittenberge | Ginge es nach der Jungen Union Brandenburg (JU), würde es vorerst keinen Atomausstieg geben. Keinesfalls bis 2022, wie es die Mutterpartei CDU auf Bundesebene beschlossen hat. "Diese Zeitschiene ist durch nichts begründet, das ist kein reales Szenario", sagte JU-Landesvorsitzender Hans-Wilhelm Dünn Sonnabend auf dem Brandenburgtag in Wittenberge. Der 32-Jährige bezeichnete die Atompolitik der Mutterpartei CDU als "unehrlich" und forderte einen "sachlichen Umgang" mit diesem Thema.

Energie müsse für den Bürger bezahlbar bleiben. Ohne Atomstrom stünden Preissteigerungen in noch unbekannter Höhe bevor. Die JU befürworte regenerative Energien, "davon lebt Brandenburg", sagte er. Man müsse auch über eine Energiewende ernsthaft diskutieren und nach tragfähigen Modellen suchen.

Aber Windkraft allein reiche nicht aus: "Auf meiner Fahrt nach Wittenberge drehte sich kein Windrad." Wenn aber bei Engpässen Atomstrom aus Nachbarländern importiert würde, sei der deutsche Atomausstieg nur eine Mogelpackung.

Bei einem Ausstieg könne unmöglich gleichzeitig auf Braunkohle verzichtet werden. Deshalb betrachtet Dünn die CCS-Technologie als enorm wichtig: "Wir werden es uns gar nicht leisten können, auf einen Erprobungsstatus zu verzichten." Ohne eine sichere CO 2 -End speicherung stehe die Braunkohleverstromung ab 2020 in Brandenburg auf dem Spiel. "Der Arbeitgeber Vattenfall baut auf CCS", argumentiert Dünn. Notfalls müsse Brandenburg als einziges Bundesland nach einer möglichen CO 2 -Lagerstätte suchen.

Die mehr als 100 Delegierten verabschiedeten in Wittenberge ihr Grundsatzprogramm, an dem die Junge Union ein Jahr lang gearbeitet habe. In dieser Form sei es das erste überhaupt, das die JU erarbeitet habe, betonte ihr Vorsitzender. Darin enthalten sind eine Reihe aktueller Themen, wie zum Beispiel das Wahlalter.

Auf Landes- und Bundesebene erst mit 18 Jahren lautet die Kernaussage. "Erst dann ist man voll geschäftsfähig und ein gewisser Reifegrad gehört dazu", begründete Hans-Wilhelm Dünn. Anders sehe es auf kommunaler Ebene und bei den Bürgermeisterwahlen aus. Hier plädiert die JU für die Altersgrenze von 16 Jahren. "Auf dieser Ebene werden viele Themen behandelt, die direkt die Jugend betreffen, deshalb sollte sie Mitbestimmungsrecht erhalten", sagte Dünn.

In Brandenburg zählt die Junge Union 580 Mitglieder. Damit sei sie politisch der stärkste Jugendverband. Die Mitgliedergewinnung sei schwierig, insbesondere jenseits des Potsdamer Raumes. Schwierig auch deshalb, weil junge Politiker der Grünen und FDP gute Arbeit machen würden. "Wir haben harte Konkurrenz bekommen", raümte Hans-Wilhelm Dünn ein.

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