Junge Frau legt Verkehr lahm

Die Feuerwehr hilft: Im Friedhofsweg befreien die Einsatzkräfte ein Dach von herüberhängenden Schneemassen. Diese könnten andernfalls in einer Lawine zu Boden stürzen und Passanten unter sich begraben.dabe
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Die Feuerwehr hilft: Im Friedhofsweg befreien die Einsatzkräfte ein Dach von herüberhängenden Schneemassen. Diese könnten andernfalls in einer Lawine zu Boden stürzen und Passanten unter sich begraben.dabe

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01. Februar 2010, 09:54 Uhr

Rostock | In Eile und Gedankenlosigkeit hat eine 20-Jährige gestern ab kurz nach 10 Uhr für etwa eine Dreiviertelstunde den Verkehr von Straßenbahnen der Linie 6 sowie den Busverkehr von Reutershagen lahm gelegt. Binnen kurzer Zeit verstopft diese wichtige Verkehrsader. Denn die Fahrerin mit dem Volkswagen mit dem Nummernschild aus der Prignitz hat ihr Auto direkt an der Ecke zwischen der Bergstraße und Wismarsche Straße geparkt - und damit einen unfreiwilligen Stopp von Bussen und Bahnen ausgelöst.

Die Fahrerin der ersten Straßenbahn Richtung Mensa hat das Hindernis rechtzeitig gesehen und ihr schwergewichtiges Gefährt im richtigen Moment zum Stehen gebracht. Sie verständigt den Verkehrsdienst der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), dessen Mitarbeiter Catrin Altmann und Torsten Raffel sofort zum Ort des Geschehens eilen. "Wir würden mit dem unteren Teil der Bahn das Auto beschädigen", sagt Altmann. Dadurch kommt eine Weiterfahrt nicht in Frage. Auch die Folgebahn muss halten. Eine Viertelstunde später folgt die dritte Bahn und muss auch in der Wismarschen Straße verweilen. Die Mitfahrenden steigen alle aus. Dadurch kommen die Autofahrer an der Seite der Wismarschen Straße ebenfalls nicht mehr aus den Parklücken. Für die Stadtentsorger und Laster auf der Gegenseite wird es ebenfalls eng.

Torsten Raffel hat die Politessen verständigt, um einen Abschlepper zu bestellen. Rostocks Verkehrsüberwacher haben im Moment alle Hände voll zu tun, sie haben sich von der Tweel durchgekämpft. In dem Moment, als die beiden den Strafzettel ausfüllen und den Abschleppdienst informieren, erscheint die Falschparkerin. Sie ist sichtlich erstaunt und erschrocken über die große Präsenz von Politessen, Verkehrsdienst und Polizei. Dazu ein großes Aufgebot von Schaulustigen. Polizeihauptmeister Olaf Matzke nimmt die Personalien auf. "Ich dachte, es fahren gar keine Bahnen", sagt die 20-Jährige schuldbewusst, bevor sie den Beamten ihre Papiere gibt. Der Schreck steht ihr ins Gesicht geschrieben, ihr kommen Tränen.

Von der Rostocker Straßenbahn AG hat die junge Frau eine Anzeige zu erwarten. "Wir klären die Ansprüche mit unserer Rechtsabteilung", sagt Wilfried Eisenberg. "Die Höhe der Forderung hängt von eventuellen Schadenersatzansprüchen unserer Kunden ab", sagt der technische Vorstand. Auch wenn die Gleisbereiche momentan oft verschneit sind, an dieser Stelle ist aber davon auszugehen, dass hier Bahnen fahren, betont Eisenberg. "Da reicht ein Blick auf die Oberleitungen." Und speziell an dieser Stelle zu parken, hält er für "ziemlich rücksichtslos." Von 10.23 bis 11.10 Uhr dauerte die unfreiwillige Pause.

Wenige Zeit später gab es in der Nähe noch etwas für Schaulustige. Die Feuerwehr befreite im Friedhofsweg ein Dach von der Schneelast. "Generell ist der Eigentümer oder Vermieter dafür zuständig", sagt Matthias Ullrich von der Feuerwehr Rostock. Auch Räumen und Streuen vor der eigenen Haustür gehört dazu. Die Rostocker müssen die Ärmel wieder hochkrempeln, falls der Winter heute wieder zurückkommt.

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