"Jung - aber nicht verrückt"

Im Auto-Fahrsimulator wurden die Jugendlichen mit verschiedenen Verkehrssituationen konfrontiert.
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Im Auto-Fahrsimulator wurden die Jugendlichen mit verschiedenen Verkehrssituationen konfrontiert.

Unter dem Motto "Jung - aber nicht verrückt" fand am Donnerstag im Gymnasialen Schulzentrum Dömitz ein Projekttag rund um das Thema Verkehrssicherheit statt.

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26. September 2009, 08:23 Uhr

Dömitz | "Wir haben uns ganz bewusst für Dömitz als Aktionsstandort entschieden, da gerade das hiesige Einzugsgebiet Auffälligkeiten aufweist", sagt Karin Rühlicke, Mitarbeiterin der Kreisverkehrswacht Ludwigslust, und ergänzt: "Die B191 mit den Baumalleen ist eine Unfallstrecke, darauf verweisen die vielen Kreuze."

Ziel des Projektes sei es, die jungen Leute zum Nachdenken darüber und somit auch über ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr anzuregen. Denkanstöße gab es in vielerlei Hinsicht. Christophorus Baumert berichtete über seine zehnjährige Tätigkeit als katholischer Polizeiseelsorger, darüber, wie viele Unfälle vermeidbar gewesen wären, hätten Drogen, Alkohol oder Imponiergehabe keine Rolle gespielt. Er sprach über Menschen, die tödlich verunglückt sind, darunter auch Jugendliche, die das Schulzentrum besucht hatten. Zeugnis dieser Unfälle gaben Fotografien. Sie zeigten Kreuze, die an den einstigen Unfallorten stehen. Das Präventionsteam der Polizei Ludwigslust referierte unter anderem über die rechtlichen Folgen, welche alkoholisierte Verkehrsteilnehmer zu erwarten haben.

Auch "Selbstversuche" waren ausdrücklich erwünscht. So wurden die Schüler mittels der Motorrad- und Pkw-Fahrsimulatoren mit verschiedenen Verkehrssituationen vertraut gemacht. Gar nicht so einfach, lautete das allgemeine Urteil. Im Gurtschlitten, der sowohl als Reaktions- als auch Crashsimulator genutzt wird, konnten die jungen Leute testen, wie gut ihre Reaktionsfähigkeit ist. Zudem hatten sie die Möglichkeit, zu erleben, wie sich ein Aufprall bei 30 km/h anfühlt.

"Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Aufprall so stark ist", meint der 16-jährige Achim Grünberg überrascht. Erstaunt waren auch die Tester der so genannten Rauschbrille. Mit der Brille auf der Nase sah Christian Huth mit den Augen einer Person, die etwa 1,3 Promille hat. Ein lustiges Bild: Die zu beschreitende Linie verfehlte der Polzer immer wieder. Und auch die Kugel, die auf der Erde lag, konnte er nicht auf Anhieb greifen. "Das habe ich unterschätzt. Ich habe alles doppelt gesehen und jetzt ist mir irgendwie schwindlig", so der 16-Jährige.

Wie stark die Sinne beeinträchtigt sind, würden die meisten Leute nicht wissen, meint Bobby Hofmann. Der 22-jährige Schweriner ist seit einem Jahr ehrenamtliches Mitglied der Landesverkehrswacht, genauer des Jugendteams "Mein Risiko?!". Dabei handelt es sich um eine Landesaktion, in deren Rahmen junge Moderatoren wie Bobby Aktionstage unterstützen, indem sie mit Gleichaltrigen sprechen und sie für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisieren.

Dass derartige Konzepte gut funktionieren, zeigte sich auch bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen. Schüler des Wahlpflichtfaches "Sanitätsgruppe" erklärten Mitschülern, was als Ersthelfer zu tun ist. Andreas Skuthan, Ausbildungsleiter der DRK-Kreisverbandes Ludwigslust, war begeistert: "Ich halte mich hier im Hintergrund. Die Jugendlichen machen das allein ganz toll."

Zum Abschluss des Projekttages wurde den Schülern eine Rettungskette demonstriert - vom Anruf bei der Feuerwehr über das Auslösen der Sirene bis hin zum Einsatz der FFw und Sanitätern, die vor Ort die Probanden aus dem Unfallwagen befreiten und anschließend versorgten. Die Kreisverkehrswacht Ludwigslust konnte den Schülern dank finanzieller Unterstützung des Verkehrsministeriums MV dieses umfangreiche Angebot präsentieren.

Im Rahmen des Aktionstages überreichte Hans-Joachim Hacker, Präsident der Landesverkehrswacht, der Gewinnerin des Preisausschreibens des Verkehrssicherheitsprojektes "Mein Risiko!?", Stefanie Krüger, ihren Preis. Die Ludwigslusterin freute sich sehr über das "Schönes-Wochenende-Ticket" und die 250 Euro.

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