Jugendliche sollen nicht im Ausbildungs-Abseits stehen

Auf einem Rundgang durch die Produktionsschule besuchten die Gäste die Metallwerkstatt.Michael-Günther bölsche
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Auf einem Rundgang durch die Produktionsschule besuchten die Gäste die Metallwerkstatt.Michael-Günther bölsche

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30. November 2009, 10:23 Uhr

Parchim | In der Produktionsschule Westmecklenburg in Greven trafen sich die Vertreter des Programms "STÄRKEN vor Ort". Der Ort ist sehr gut gewählt worden, stehen hier doch die Mädchen und Jungen im Mittelpunkt, die aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten beim beruflichen und schulischen Start haben.

Das Programm "STÄRKEN vor Ort" wendet sich ebenfalls an die Jugend, um ihnen Starthilfe zu geben. Durch das Bundesfamilienministerium aufgelegt, beteiligen sich im Landkreis Parchim zwölf Gruppen mit je einem Projekt daran. In Greven informierten die Vertreter über den Stand ihrer Projekte, die wichtigste Information hatten aber Britta Kremke und Jürgen Hienzsch von der Koordinierungsstelle in der Kreisverwaltung. "Wir können für die nächsten zwei Jahre planen, da wir 120 000 Euro vom Bund für die Projekte und insgesamt 26 000 Euro aus dem Kreishaushalt für die Sach- und Personalkosten der Regiestelle bekommen werden", so beide übereinstimmend.

Damit ist natürlich eine wichtige Grundlage geschaffen worden. Wenn, wie vor Ort darauf hingewiesen wurde, die Arge ein bisschen weniger bürokratisch handeln würde, dann würden die Projekte noch besser laufen. Vor allem wenn auch künftig kleinere Projekte zum Laufen gebracht werden sollen, bedarf es mehr Hilfe und eine Vereinfachung der Antragsverfahren. "Wie sollen kleinere Vereine die nötigen Gelder aufbringen, wenn sie diese vorfinanzieren sollen? Wenn sich da nichts ändert, sind die gewünschten kleineren Projekte von Anfang an gefährdet", hieß es.

Britta Kremke wird diese Hinweise entsprechend weiterleiten. Insgesamt teilte sie mit, dass der Landkreis Parchim auf Bundesebene sehr gut dastehen würde. Während das Projekt in anderen Gegenden der Bundesrepublik auf sehr unterschiedliche Resonanz gestoßen sei, gab es im Landkreis Parchim ein positives Echo und es gab mehr Anträge als bewilligt werden konnten.

Aller Anfang ist schwer und mitunter wünschten sich Teilnehmer auch, die Jugendlichen würden leichter zu begeistern sein und vor allem bei der Stange bleiben. Überwiegend gibt es aber positive Ansätze. Ralf Westendorf vom Kreisjugendring berichtete über den Workshop an der Grundschule West, bei dem ehrenamtlich Mitmenschen mit Migrationshintergrund über ihre Heimatländer informieren. Damit wird für mehr Verständnis untereinander geworben und letztlich dient dies auch dem Abbau von Aggressionen unter den Schülern. Der Start ist für Anfang Dezember vorgesehen.

In Marnitz läuft, so berichtete Evelin Hößelbart, der Aufbau eines grünen Klassenzimmers. Dabei dreht sich alles um den Werkstoff Holz und die Berufsfelder, die sich mit diesem Handwerk befassen. Keine Angst vor großen Tieren im wahrsten Sinne des Wortes heißt es im Projekt der All Pütter gGmbH. Für das zu erstellende Galloway-Rinder-Projekt laufen die Vorbereitungen wie die Herrichtung einer Winterweide mit Schutzhüttenbau und dergleichen. Guido Rabe vom Unternehmerverband konnte berichten, dass es gelungen sei, die Ausbildungschancen in der Region zu erfassen. "Immerhin haben wir 80 Unternehmen kontaktiert und 110 Beschäftigungsmöglichkeiten akquirieren können. Diese teilen sich in 85 Ausbildungs- und 25 Praktikumsplätzen auf", so Rabe. Das besondere an dem Projekt ist, dass man ein Netzwerk aufgebaut hat, bei dem die Beteiligten innerhalb eines Projektes und darüber hinaus miteinander vernetzt sind. Unter www.ausbildungsnetz-parchim.de können Jugendliche, Eltern, Lehrer sowie Unternehmen und Institutionen weitere Informationen erhalten.

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