Juckreizende Raupen erreichen die Region

<strong>Die Raupen des</strong> Eichenprozessionsspinners bewegen sich wie in einer Prozession am Baumstamm entlang. <foto>fva bw</foto>
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners bewegen sich wie in einer Prozession am Baumstamm entlang. fva bw

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06. Juli 2010, 08:47 Uhr

ludwigslust | An sieben Stellen in der Kreisstadt hat Stadtförster Karl-August Ihde ihn in diesen Tagen festgestellt: Den Eichenprozessionsspinner (EPS). Die Behörden lassen sich von dem unscheinbar aussehenden Falter nicht einlullen. Die älteren Raupen bergen die Gefahr in drei Millimeter langen Härchen, die sie pausenlos verlieren und die sich - mit Widerhaken versehen - überall festsetzen. Ein Nesselgift verursacht unmittelbar nach dem Hautkontakt einen sehr unangenehmen Juckreiz, anschließend folgt ein Ausschlag. Nicht ausgeschlossen werden beim Hautkontakt oder Einatmen heftige pseudo-allergische Symptome.

Karl-August Ihde hat EPS an der Kita Techentin und in der Techentiner Straße, in Weselsdorf, Straße des Friedens, am Wirtschaftsweg zwischen Ludwigslust und Weselsdorf ("Cognacweg"), in der Wöbbeliner Straße und am Ludwigsluster Timp horstweg entdeckt. Auch in der Bauernallee sollen die unangenehmen Schädlinge schon aufgetreten sein. Dr. Ute Greitens, Leiterin des Fachdienstes Gesundheit in der Kreisverwaltung, verfolgt die EPS-Spur nahezu täglich entlang der Bundesstraße 5.

Der Schädling breitet sich von West nach Ost jetzt auch in unserem Bundesland aus. Ein Grund zur Panik sei das nicht, so Greitens. Dennoch gelte es, an besonders sensiblen Stellen der Gefahr zu begegnen. Das ist besonders dort, wo viel Publikumsverkehr ist. So werden bereits in den nächsten Tagen an einigen Stellen Männer und Frauen in Vollschutzanzügen anrücken und die Nester entfernen. Im gesamten Landkreis wird EPS an immer mehr Stellen festgestellt. "Wir arbeiten hier eng mit unserer Straßenmeiste rei zusammen", erklärt Fachdienstleiterin Dr. Greitens.

Inzwischen gibt es ein Informationsblatt mit den wichtigsten Verhaltensregeln. Dieses soll in den Wohngebieten angebracht werden. Besonderes Augenmerk gilt Kindereinrichtungen und Schulen. Hier soll es noch vor den Ferien Belehrungen geben.

EPS kommt eigentlich aus Süd- und Mitteleuropa. Bei uns im Land wurde er vor drei Jahren erstmalig nachgewiesen. Befallsgebiete lagen damals im Umkreis von Lübtheen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales geht davon aus, dass dieser Wärme liebende Schmetterling auch an weiteren Stellen im südlichen Mecklenburg unerkannt lebt.

Karl-August Ihde rechnet damit, dass EPS die Region auch in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Wichtig sei es, die jungen Raupen aufzuspüren. Diese könnten mit ungiftigen Mitteln vernichtet werden.

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