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Lokales

23. Oktober 2017 | 02:54 Uhr

Jubiläumsschau mit Rekorden

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erstellt am 16.Sep.2010 | 08:07 Uhr

Mühlengeez | Mit Rekorden startet die 20. Agrarmesse in Mühlengeez: 1013 Aussteller wollen bis zum Sonntag Fachpublikum und interessierte Besucher über Neuheiten und Bewährtes für Landwirtschaft, Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau informieren - so viele wie noch nie. Auch gab es noch nie 87 495 Tiere auf der Landwirtschaftsausstellung (MeLa) zu sehen. Grund dafür ist die Honigbiene, das Tier der 20. MeLa, das gleich zigtausendfach vertreten ist. Besucher können sich in einer Schauimkerei umsehen und viel über die Immen und die Honigproduktion erfahren.

Allein im Obstbau, so betonte gestern Wolf-Dieter Feldkamp, Vorsitzender des Imkerverbandes MV, würde die Honigbiene über ihre Bestäubungsleistung für eine Wertschöpfung von über vier Milliarden Euro jährlich in Deutschland sorgen. Die Erträge beim Raps könnten die Immen um 20 Prozent steigern. Das aber erscheint Feldkamp fast sekundär angesichts der Tatsache, dass 170 000 Blühpflanzen auf der Erde von der Bestäubung abhängig sind. "Die Erhaltung der Artenvielfalt geht nicht ohne Bienen", stellte Feldkamp fest.

Fleißig und ausdauernd wie die Bienen, so spannte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) den Bogen, seien auch die Bauern im Land. Die MeLa sei das "Spiegelbild einer Erfolgsgeschichte". Backhaus nannte als Beispiel die Milchleistung: standen 1990 4623 Kilogramm pro Jahr und Kuh in der Statistik, so seien es heute 8863 Kilogramm. Auch die Erträge bei Getreide hätten sich in 20 Jahren fast verdoppelt.

Dennoch glätten sich die Sorgenfalten auf den Gesichtern der Bauern kaum. Die gemeinsame europäische Agrarpolitik ab 2013 ist Thema des heutigen Landesbauerntages. Praktiker, Politiker und Wissenschaftler werden ihre Standpunkte dazu darlegen. "Wir wollen die Brüsseler Direktzahlungen soweit wie möglich erhalten", betont Matthias Hantel. Ein Ausgleich von derzeit 300 Euro je Hektar sei gerechtfertigt, so der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Güstrow. Er honoriere die Leistung der Bauern für die Umwelt und die Gesellschaft. Erschwingliche Nahrungsmittel für alle seien nur so möglich, unterstreicht Hantel.

Während sich die Technik-Aussteller in erster Linie auf das Fachpublikum einstellen, haben die Aussteller der Nahrungsgüterindustrie mehr die Verbraucher im Visier und die Tierhalter ein interessiertes Publikum vom Kind bis zum Rentner. Harald Hesse aus Groß Grabow beispielsweise zeigt Schwarzköpfige Fleischschafe und nimmt mit einem Mutterschaf, das bereits im vergangenen Jahr Gold errang, erneut am Fruchtbarkeitswettbewerb teil. Das Tier, so erzählt er, brachte es in sechs Jahren auf 16 Lämmer.

Als Pflicht sieht Johannes Vlack, Vertriebsleiter der Marep GmbH, die MeLa. Schlepper und Erntetechnik aber auch Kommunaltechnik zeigt das Mühlengeezer Unternehmen, darunter einen neuen Fendt-Traktor der 900er-Reihe. Ganz mutige Besucher durften sich gestern ans Steuer des Monstergerätes setzen. Mit leuchtenden Augen standen auch die Schüler der Zehnaer Schule davor. "Die Begeisterung bei den Kindern ist groß", betont Lehrerin Birgit Koch. "Auch Kinder vom Lande können hier viel lernen", fügt ihre Kollegin Marlen Röder hinzu. Beide finden die Kinder-MeLa, die sie jetzt nach besten Erfahrungen im vergangenen Jahr zum zweiten Mal nutzten, eine tolle Sache.

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