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Lokales

20. November 2017 | 22:26 Uhr

Jubiläum: Drei Prignitzdörfer feiern

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erstellt am 02.Jan.2011 | 07:26 Uhr

Prignitz | Glöwen, Seedorf, Hohenvier, Rudow und Kuhwinkel sind die besonderen Prignitzorte des Jahres 2011. Ihre urkundliche Ersterwähnung ist mit einem Jubiläum verbunden. Nachzulesen ist das im historischen Ortslexikon für Brandenburg im Teil über die Prignitz.

Kuhwinkel

Der Ort Kuhwinkel könnte in diesem Jahr seinen 475. Geburtstag feiern. Nur wird dort niemand mehr feiern. Es gibt den Ort nicht mehr. Vom Forsthaus gleichen Namens im Kuhwinkler Wald existieren nur noch Fundamente.

Glöwen

Das genaue Gegenteil ist Glöwen. 675 Jahre wird das langgestreckte lebendige Dorf alt. Schon allein das Stichwort Jubiläum genügt, und Ortsvorsteher Reimar Heering ist in seinem Element. "Natürlich feiern wir. Im Herbst haben wir mit den Vorbereitungen begonnen. Der Termin im Juni steht fest." Heering, nach der Wende Bürgermeister und jetzt im Ehrenamt für das über 1000 Einwohner zählende Dorf engagiert, erzählt, welche Gedanken und Ideen um das Ereignis kreisen. Einen Festumzug mit historischen Bildern soll es geben. Dafür werden Akteure benötigt. "Ich wünsche mir sehr, dass viele Glöwener mitmachen. Nur dann kann es auch richtig schön werden." Heering ist optimistisch: "Es wird klappen." Da sei beispielsweise die Feuerwehr. Auf die Kameraden könne man sich immer verlassen.

Der Ortsvorsteher erzählt auch von den Plänen, in der Schule einen heimatkundlichen Raum einzurichten, in dem auch die Chroniken des Ortes ausliegen. Glücklicherweise hätte sich im Laufe von Jahrzehnten immer wieder Leute die Mühe gemacht, Glöwener Geschichte aufzubereiten und aufzuschreiben.

Hohenvier

Eine Feier ist in diesem Jahr in Hohenvier geplant. Das aber vor allem wegen des Baus der ordentlichen Dorfstraße durch den Rundling vor zehn Jahren. Gerd Kühn, einer der rührigen Bewohner im Dorf, ist erst einmal etwas erstaunt, als er von der urkundlichen Ersterwähnung des Dorfes vor 575 Jahren hört. Und er ist sofort voller Ideen, "wie wir beides zusammen feiern werden". Livemusik und ein Festzelt sind sowieso schon vorgesehen. "Auf jeden Fall machen wir was Gutes", ist Krüger überzeugt und schließt mit der Bemerkung. "Wir sind zwar nur 40 Einwohner, feiern aber wie 80."

Die Stadt Lenzen hat in ihrem Kommunalverband gleich zwei Jubilare zu bedenken. Seedorf kann auf seine erste Erwähnung vor 675 Jahren verweisen.

Rudow

Das gleiche Recht stünde Rudow zu. Allerdings existiert dieses Dorf nicht mehr. Es gibt aber noch Einwohner Es sind zwei: Karin und Uwe Roese. Der Revierförster und seine Gattin leben im Forsthaus. Das war einmal die Schäferei des untergegangenen Dorfes. Karin Roese weiß, dass es sich um einen Ort slawischen Ursprungs handelte. Rudow bedeute rote Erde. Roese erzählt von einem Luftbild aus den 90er Jahren. An Geländeverfärbungen lasse sich die Lage von Gehöfte noch erkennen.

Seedorf

Seedorf ist etwas Besonderes - in vielfacher Hinsicht: Lenzens Bürgermeister Christian Steinkopf spricht von einem selbstbewussten Ortsteil. Seedorfer wissen, was sie wollen, sagt der frühere Bürgermeister Hubert Meier. Kurt Wilke ist Chef des Kegelvereins, der in der Bundesliga mitmischt. "78 Einwohner hat Seedorf, 88 Mitglieder unser Verein", hebt er hervor. Der Mann sitzt als Abgeordneter im Lenzener Stadtparlament, ist stellvertretender Bürgermeister. Im Stadtparlament hat er das Ortsjubiläum angesprochen. "Ich wünsche mir, dass wir nicht nur Unterstützung bekommen, dass das Jubiläum der Sache der Abgeordnete wird", sagt Wilke. Gefeiert werde in Seedorf, allerdings ohne Festumzug.

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