Polizei : Josephine ist Rostocks Heli-Cop

Fotos vom Geschehen muss die fliegende Polizistin Josephine Knoch außerhalb des Hubschraubers aufnehmen und sich dafür auf die Landekufen stellen.
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Fotos vom Geschehen muss die fliegende Polizistin Josephine Knoch außerhalb des Hubschraubers aufnehmen und sich dafür auf die Landekufen stellen.

Die 25-Jährige Rostockerin ist die einzige Frau bei der Hubschrauberstaffel der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern

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22. März 2015, 08:00 Uhr

Mit schnellen und sicheren Handgriffen klettert Josephine Knoch in den Hubschrauber der Polizei. Anschnallen, Funk-Kopfhörer aufgesetzt und los geht’s. Die 25 Jahre alte Rostockerin ist die einzige Frau, die bei der Polizeihubschrauber-Staffel von Mecklenburg-Vorpommern mitfliegt: „Es ist einfach ein unglaubliches Erlebnis, in der Luft zu sein und von dort die Geschehnisse zu beobachten. So kann ich die Beamten viel mehr unterstützen“, betont die fliegende Polizisten, wie sie sich selbst beschreibt. Denn sobald sie den Hubschrauber verlässt, muss sie als Beamtin agieren.

Als Operator sitzt sie im hinteren Teil der Maschine und achtet auf die Monitore, die mit der Kamera an einer Landekufe verbunden sind. „Ich muss in der Luft immer den Überblick behalten. Unter einem enormen Zeitdruck muss ich die Kamerabilder, während ich rein- und rauszoome, auswerten und dann entscheiden, welche Ereignisse am Boden wichtig sind und welche nicht. Das ist sehr anstrengend“, erzählt sie. Vor allem bei der Vermisstensuche ist ihr Blick gefragt – und kann so manches Leben retten.

Dies war auch der Grund, warum sich die Rostockerin entschlossen hat, vom Streifendienst zur Hubschrauberstaffel zu wechseln. „Wenn man als Streifenbeamter jemanden in einem großen Gebiet sucht, ist es, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen – das ist deprimierend. Und dann hat man immer die Hubschrauber gesehen und dachte sich: Mensch, die können so gut gucken und die Chance, jemanden zu finden und ihm zu helfen, ist viel größer. Und das ist ja der Grund, weshalb ich zur Polizei gegangen bin.“ Zudem habe sie das Fliegen und die Arbeit mit der Technik bei der Hubschrauberstaffel beeindruckt.

Bereits vor ihrer Ausbildung zur Polizistin hat sie die Arbeit der Polizeihubschrauberstaffel fasziniert. Bei verschiedenen Veranstaltungen zur Berufsvorbereitung hat sie sich intensiv über die Aufgaben und die Bestimmungen informiert. Nach dem Abitur begann sie dann mit dem Studium, anschließend kam die einjährige Bereitschaftspolizei in Rostock und dann Streifeneinzeldienst in Sanitz ebenfalls für ein Jahr.

Im Sommer vergangenen Jahres gab es dann die Ausschreibung für ihre jetzige Stelle bei der Hubschrauberstaffel. „Als ich die Stellenausschreibung gesehen habe, musste ich nicht lange überlegen und war sofort Feuer und Flamme. Das war meine Stelle, die dort beschrieben wurde – und deswegen musste ich mich bewerben“, sagt sie lachend. Dann musste sie ihr Können bei einem schriftlichen Einstellungstest und einem Bewerbungsgespräch unter Beweis stellen. Am zweiten Tag des Bewerbungsprozesses folgte auch gleich ein Probeflug. Währenddessen musste sie bei verdeckten Fenstern Mathe-Aufgaben lösen. So sollte getestet werden, ob die Polizistin die Bewegungen beim Fliegen erträgt. „Beim ersten Mal fühlte es sich an, als würde ich mit einer Ski-Gondel fahren.“ Und sie hatte den Job sicher.

Schnell hat Josephine Knoch mitbekommen, dass die Vermisstensuche nur ein Teil der Arbeit ist. Mit dem Piloten und dem Flugtechniker, die zur Besatzung gehören, muss sie ebenfalls bei der Verfolgung von Flüchtigen helfen – wie auch bei dem aktuellen Fall von Ralf J. „Wir können uns immer auf den anderen verlassen. Da wir uns nicht sehen, müssen die Kommandos stimmen.“

Die dreiköpfigen Besatzungen unterstützen aus der Luft zudem die Einsatzkräfte bei Hansa-Spielen mit Aufnahmen von dem Bereich. Dabei hat die Rostockerin einen klaren Vorteil: Ihre Erfahrungen durch die Zeit in Rostock. „Ich war selbst oft als Streifenpolizistin bei den Spielen vor Ort und weiß ungefähr, wie die Fan-Lager ticken und zum Teil auch aus welchen Richtungen diese kommen. So kann ich viel schneller und gezielter reagieren.“ Aus der Luft behält sie für die Polizisten am Boden den Überblick.

Eine Karriere als Pilotin kann sie sich ebenfalls vorstellen: „Noch macht mir die technische Arbeit zu viel Spaß. Aber ich hätte nichts dagegen einzuwenden, selbst zu fliegen“, sagt Josephine Knoch.

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