Jörg Schlottke ist der Neue unter den Leuchtturm-Männern

Voller  Achtung in die Mitte der Leuchtturmmänner aufgenommen: 'Hier bin ich richtig', sagt Jörg Schlottke (37).MonikaKadner
Voller Achtung in die Mitte der Leuchtturmmänner aufgenommen: "Hier bin ich richtig", sagt Jörg Schlottke (37).MonikaKadner

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06. März 2010, 02:43 Uhr

Er ist der jüngste der Leuchtturmmänner, zahlte kürzlich seinen Aufnahmebeitrag von 15 Euro ein. Erstmalig nimmt Jörg Schlottke an der Jahresversammlung teil. In den nächsten Tagen wird er sehr aufmerksam zuhören, was die gestandenen Männer über ihren Turm, über Warnemünde zu sagen haben. 37 Jahre ist Schlottke jung, der allerdings unterm Leuchtturm von Bastorf aufgewachsen ist und seit seiner Studienzeit an der Warnowmündung zu Hause ist.

Was zieht ihn zu diesen an Jahren viel älteren Leuchtturmmännern? "Ich habs nicht so mit einem Verein. Aber wie vom Leuchtturmverein ausgehend, Zeichen für ganz Rostock durch vielfältigste Gemeinschaftsarbeit gesetzt werden, das interessiert mich. Deshalb möchte ich mich einbringen."

Ich denke an den "Leuchtturm in Flammen", das Ausloben des Knurrhahnpreises, das Adventssingen, den "Niegen Ümgang", die vielen Benefizveranstaltungen, die Turmhochzeiten, an die über eine halbe Million Euro, mit denen der Verein bisher das kulturelle Leben in der Hansestadt im weitesten Sinne förderte. Wer tut ihm das schon gleich? Das kann doch nicht nur ein Engagement der Rentner sein. "Ich bin furchtbar neugierig, wie die Leuchtturmmänner die unterschiedlichsten Menschen anstecken mit ihrer Leidenschaft für das alte Wahrzeichen des Ostseebades, das sie zu einem Symbol für Nähe und menschliche Wärme gemacht haben. Wie gesagt, da muss man als junger Mann doch einfach mitmischen!"

Dabei hat Jörg Schlottke nach seinem zwölf und mehr Stunden Arbeitstag gar keine Zeit für Turmbesteigungen, Erklärungen, Souvenirverkauf.

Den gelernten Baufacharbeiter, der später Konstruktionslehre studierte, zog es magisch zum Tourismus. Er jobbte im Hotel - natürlich im besten des Ortes - konnte im Handumdrehen seine Prüfung vorzeitig als Hotelfachmann ablegen, schrieb sich in Kurse für Management ein und nahm das Diplom als Betriebswirt für Hotellerie entgegen. War stellvertretender Hoteldirektor im "Neptun". Doch er konnte nie stillstehen bei Erreichtem. So machte er sich seit Juni des Jahres 2009 mit seiner Leidenschaft für den Tourismus selbstständig. Angst vor dem kalten Wasser eines Einzelunternehmers kennt er nicht. "Ich hatte so gute Lehrmeister. Zittern gilt nicht! Und sich einrichten, zurücklehnen bei Erreichtem schon gar nicht!" So baut er nun digitale Straßen, um touristische Leistungsträger zu schulen, mit ihnen Erfolgskonzepte zu entwickeln. Dabei bleibt er nicht in der Theorie stehen, sondern ebnet in einem zweiten Schritt Wege für die praktische Umsetzung. "Einfach Meer" ist sein Firmenname, den jeder auf seine Weise interpretieren kann.

Die Leuchtturmmänner haben Jörg Schlottke voller Achtung in ihre Mitte genommen. "So niemodsche Gedanken von uns Moses, das passt doch bestens zu uns Größings. So rostet nichts ein und uns Lüchtturm schickt noch lange seine Kennung von Warnemünde aus aufs Meer." So der Vorsitzende des Vereins Gerhard Lau. Und was erwidert der Jüngste vom Warnemünder Wahrzeichen? "Ich verleugne es nicht: Ich bin Fan von Warnemünde. Vom Leuchtturm. Er besitzt für mich eine tiefe Symbolik. Hier bin ich richtig."

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