zur Navigation springen
Lokales

18. November 2017 | 05:49 Uhr

Jo Jastram schafft "Rostocker Altstadt"

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jun.2010 | 07:50 Uhr

Rostock | In diesem Jahr begeht die Rostocker Volks-und Raiffeisenbank den 150. Jahrestag ihrer Gründung. Aus diesem Anlass und zu Ehren von 792 Jahren Hansestadt Rostock plant die VR-Bank gemeinsam mit den Bildhauern Prof. Jo Jastram und Dirk Wunderlich ein neues außergewöhnliches Kunstwerk. Es soll ein bronzenes Modell "Rostocker Altstadt" geschaffen werden. Es wird das heutige Rostock in den Grenzen der einstigen Stadtmauer zeigen. Das Modell wird so gestaltet, dass es sich auch sehbehinderten Menschen als Orientierung und Erlebnis erschließt.

"Es gehört zur Philosophie der Rostocker Volks-und Raiffeisenbank sich früher, heute und in Zukunft für die Stadt zu engagieren", sagt Bankvorstand Helga Biemann. So sei der Gedanke geboren worden, ein solches Modell Wirklichkeit werden zu lassen. Eine jahrelange enge und intensive Zusammenarbeit mit dem "Rostocker Jung" - Prof. Jo Jastram - soll nun die Idee zur Tat werden lassen.

Der Künstler hat eine große Verbundenheit mit seiner Vaterstadt, auch wenn er schon seit Jahren nicht mehr in Rostock lebt. Immer hat er sich hier für die Kunst eingesetzt. In den letzten Kriegstagen in den Volkssturm gepresst ,geriet er in Gefangenschaft, erlernte später den Beruf des Holzbildhauers und war 1956 beim Aufbau eines Künstlerclubs in der Hansestadt beteiligt. Bei Schlachter Hinz in der Karlstraße diente ein Raum als Atelier, Schlafraum und Künstlertreff mit skandinavischen Gästen. Ein schwieriger Anfang, aber der Beginn für die spätere "Erfolgsspur". Professuren in Berlin und Dresden lehnte Jastram, dem besonders die handwerkliche Arbeit der Bildhauerei viel bedeutet, ab. Viel später dann, war er fünf Jahre als Professor an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee tätig. Seit 1973 lebt und arbeitet er mit seiner Ehefrau Inge Jastram in Kneese bei Rostock, seiner Heimat. Den vielen Kunstwerken in "seiner" Stadt soll nun ein weiteres folgen.

Das vielleicht bei den Einheimischen bekannteste seiner Kunstwerke sind die Figuren des Brunnens der Lebensfreude am Universitätsplatz. Anlehnung daran wird es beim geplanten Altstadtmodell kaum geben. "Vollplastische Modelle lassen Spielräume bei der Gestaltung zu, eine Reliefdarstellung, wie das neue Projekt, sind und müssen vergleichbar mit der Wirklichkeit sein. Sie dienen den Betrachtern, also Gästen und Einwohnern Rostocks als Orientierungshilfen", so Jastram.

Prominente Gebäude wie Stadttore, die Marienkirche oder das Hauptgebäude der Rostocker Universität sind beispielsweise solche Fixpunkte. "Solche Gebäude müssen im Gegensatz zur Masse anderer Häuser erkennbar sein. Auch sollen zur Auflockerung des Modells Details im Stadthafen oder auf dem Neuen Markt den Betrachter herausfordern", sagt der Künstler.

Biemann sieht das Ziel der Bank darin, von der Planungsphase bis zur Realisierung eines Objektes den oder die Künstler behutsam zu begleiten. Die enge Verbindung und die Einbeziehung von Vereinen wie den Stadtführern schaffe frühzeitig eine enge Verbindung zum Künstler und vor allem dem "Produkt", erklärt sie.

Prof. Jastram möchte Anregungen: "Mein Atelier steht für hemmungslose Fragen und zu Besuchen während der Arbeiten am Kunstwerk ständig offen."

Das dauert noch, bis das Altstadtmodell fertig ist, aber dessen Standort liegt bereits fest. Es wird der Platz in der Langen Straße südwestlich der Marienkirche, vor dem Restaurant "Old Western" sein. Wohl schon in einem Jahr. "Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorgenommen haben, soll es beim Rundgang zum 793. Jahrestag der Stadtrechtsbestätigung am 24. Juni 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt werden", sagt Biemann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen