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Lokales

20. Oktober 2017 | 16:35 Uhr

Jetzt planen die Bürger

vom

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erstellt am 28.Apr.2011 | 10:44 Uhr

Resümee des gestrigen NNN-Forums zur Neugestaltung des Kröpeliner Tors: Die Rostocker lehnen die Beton-Elemente ab, die als Verlängerung der Wallanlagen gedacht sind. Zu modern und nicht sehenswert, ertönte es aus den Reihen. Zahlreiche Rostocker kamen zu der Diskussionsrunde im Penta Hotel, die gemeinsam mit dem Verschönerungsverein veranstaltet wurde.

„Ich finde es sehr wichtig, dass die Bürger einbezogen werden“, sagt Christian Möllenkamp. Auch er nutzte die Gelegenheit, um mit den Experten der Ämter sowie Naturschützern, Denkmalpflegern und Architekten ins Gespräch zu kommen.

Nicht ganz so einig wie bei den Tor-Elementen waren sich die Teilnehmer bei der geplanten, bis zu 1,60 Meter hohen Mauer, die die Vorfläche zur Schröderstraße hin abgrenzen soll, und bei der Zuwegung für Menschen mit Behinderungen. Sie müssten von Schrödersruh aus kommend einen Umweg entlang der Fahrradständer vor dem Kröpeliner Tor Center in Kauf nehmen.

Leitungen stehen Neupflanzungen im Weg

Mitglieder aus dem Ortsbeirat Kröpeliner-Tor-Vorstadt kritisierten zudem, dass der Stadtteil durch die Erhebung vom Zentrum abgegrenzt werde. „Der Ortsbeirat lehnt die geplante Mauer geschlossen ab“, sagt dessen Vorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09). Andere Einwohner gehen entspannter mit dem Thema um. So auch Jörg Vogt vom Citykreis. „Die Änderung der Sichtfläche durch die Mauer ist eine schöne Idee.“ Ihm sei jedoch wichtig, dass durch die Sanierungsarbeiten der Blick in die Innenstadt nicht versperrt werde.

Trotz vieler Ideen, auch von Seiten der Bürger, kamen die Gespräche immer wieder auf die Beton-Elemente zurück. Zum einen kritisierten die Forum-Teilnehmer den Baustoff, zum anderen plädierten sie generell für eine andere Lösung. Doch der Pflanzung einer Baumreihe beispielsweise stehen gleich zwei Hindernisse im Weg: Der gesetzlich vorgegebene Mindestabstand zum nächsten Bauwerk von 2,50 Metern kann mit nur 2,10 Metern nicht eingehalten werden. Hinzu kommen etliche Kabel und Rohre, die unter der Erde verlaufen. Diese machen einen Bewuchs mit Bäumen auf beinahe der gesamten Vorfläche unmöglich. „Ich muss feststellen, dass das eigentliche gestalterische Element die Leitungen im Untergrund sind“, zeigt sich Markus Rost vom BUND enttäuscht. Dabei gehe es eigentlich vielmehr um die Bevölkerung und deren Recht auf Grünflächen. „Wenn 1,7 Millionen Euro in die Hand genommen werden, muss es auch möglich sein, die Leitungen zu bündeln“, fordert Rost. Applaus dafür vom Publikum.

Ganz verwerfen wollen die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung und -entwicklung (RGS) und Architekt Stefan Pulkenat ihre Beton-Elemente dennoch nicht. Um die Reaktionen der Rostocker zu testen, sollen sie Mitte Mai einen Tag lang probeweise aufgestellt werden. Aber: „Vielleicht müssen wir eine andere Lösung finden“, sagt Pulkenat.

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