zur Navigation springen
Lokales

24. August 2017 | 05:14 Uhr

Jetzt ist Barsch-Zeit

vom

Schwerin | Mittags ist Feierabend für Fischer Jügen Teßmann von der Schweriner Seen fischerei GmbH. Denn seit vier Uhr früh ist der erfahrene Spezialist für Reusenfischerei schon auf dem Wasser. Im Morgengrauen beginnt er, die Stellnetze einzuholen und die Reusen zu kontrollieren. Mit Erfolg. Drei Zentner Fisch landet er täglich an. Und nicht etwa Plötzen und Plieten, sondern derzeit fängt Teßmann vor allem eines: Barsch.

"Jetzt ist Barschsaison", sagt der Schweriner, der seit 34 Jahren Fischer ist und den See wie seine Westentaschen kennt. Es sind die erntereifen Barsche, also 300 bis 400 Gramm schwere Exemplare, auf die Teßmann es abgesehen hat. "Sie jagen den Stint, den kleinen Süßwasserfisch mit dem Geruch von grüner Gurke und kommen dazu an die Oberfläche und ins flache Wasser", erklärt er. Und genau dort hat der Fischer seine Stellnetze ausgelegt und Reusen aufgestellt.

Das Einholen ist harte Arbeit. Jeden einzelnen Barsch muss Teßmann aus den Kunststoffmaschen herausholen. "So 450 bis 500 Stück sind das", berichtet der Fischer und verrät: "Manchmal zähle ich, wenn ich nicht so viele Angler auf dem Wasser sind." Und lachend fügt er erklärend hinzu: "Man kennt sich auf dem See, die Petri-Jünger machen gern ein Schwätzchen mit uns. Wir tauschen dann Neuigkeiten und unsere Beobachtungen aus. Wir lieben den See."

Leider gebe es auch Ausnahmen, "aber wenig", wie Teßmann betont. Diese unfreundlichen Zeitgenossen halten nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von 50 Metern zu fischereilichen Anlagen ein oder betätigen sich sogar als Fischräuber und nehmen illegal Reusen und Netze hoch und richten dabei enormen Schaden an, berichtet der Berufsfischer. Hohen Schaden richte aber auch ein natürlicher Feind der Fischer an: der Kormoran. "Wir setzen jedes Jahr 30 000 bis 40 000 Steigaale in den Schweriner See ein, unsere Kollegen in Mueß und Hohen Viecheln auch, dennoch stagniert der Aalbestand. Zu DDR-Zeiten haben wir erheblich mehr gefangen", berichtet der berufserfahrene Fischer. "Jetzt dürfen wir wieder Kormorane schießen und sezieren sie. Die haben immer Aale im Magen."

Die frisch gefangenen Barsche trägt Teßmann gemeinsam mit seinem Kollegen Arne Jagdmann in die Verarbeitungshalle der Fischerei. Dort werden die meisten zu Filet verarbeitet, ein paar Dutzend kommen frisch in den Einzelhandel und in Gaststätten der Region aud den Tisch.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Aug.2010 | 06:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen