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Lokales

16. Dezember 2017 | 04:41 Uhr

"Jeder und alles muss sich unterordnen"

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erstellt am 20.Mai.2010 | 08:43 Uhr

Rostock | Wie die Norddeutschen Neuesten Nachrichten es bereits gestern verkündeten, ist Bernd Hofmann der neue Vorstandsvorsitzende des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock. Der 41-Jährige Brandenburger tritt die Nachfolge von Interimschef Jörg Hempel an. "Schmerz und Trauer sind zwar noch da, aber eigentlich haben wir für Trauerarbeit keine Zeit. Es geht jetzt darum, dass der Verein arbeitsfähig ist. Und daher freuen wir uns, Bernd Hofmann als Vorstandsvorsitzenden vorstellen zu können", sagte Rostocks Aufsichtsratschef Hans-Ulrich Gienke, der Hempel für sein ehrenamtliches Engagement dankte.

Hofmann unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag, der sich bei einer Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga um weitere zwei Jahre verlängert. "Ich wurde vom FC Hansa angesprochen und fühle mich sehr geehrt, dass mir dieses Amt angeboten wurde. Schon Anfang Mai stand fest, dass ich es mache. Ich freue mich, dass wir es so lange geheim halten konnten, und ich dadurch nach dem bitteren Abstieg völlig unverbraucht an die Aufgabe gehen kann", so Rostocks neuer, starker Mann.

Schlagkräftiges Team

Alleine kann er die Kogge jedoch nicht wieder flottmachen, sondern benötigt dafür ein schlagkräftiges Team. Fest steht, dass der neue sportliche Leiter - Manager René Rydlewicz dürfte keine Zukunft in Rostock haben - neben Hofmann einen der beiden hauptamtlichen Plätze im Vorstand erhalten wird. Wer das allerdings sein wird, daraus machte er noch ein Geheimnis. "Es bestehen zwar schon Überlegungen, festgezurrt ist aber noch nichts", so Hansas künftiger Chef. Aus gebotenem Respekt möchte er zunächst mit den bisherigen Vorstandsmitgliedern sprechen. "Auch wenn wir nicht viel Zeit haben, geht es einzig und allein um die Qualitäten, die jemand hat. Daher möchte ich nichts ausschließen. Irgendwelche Befindlichkeiten oder alte Fäden spielen keine Rolle. Jeder und alles muss sich unterordnen", stellte Hofmann klar. Die Liste der Bewerber ist lang. Ehemalige Kicker wie Stefan Beinlich, Martin Pieckenhagen, Steffen Baumgart wurden zuletzt häufig genannt. Bis zum Monatsende soll die Vorstandsriege stehen.

Lizenzerteilung

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die Erteilung der Lizenz. "Die DFL hat hohe Auflagen gestellt. Das wird harte Arbeit und kein Selbstläufer. Aber es gab gute Gespräche, und ich bin positiv gestimmt. Wir werden zum 2. Juni die Unterlagen für die 2. Liga und zum 4. Juni die für die

3. Liga abgeben", sagte Hofmann. Eine winzig kleine Hoffnung auf den Klassenerhalt besteht noch, sollte ein Verein keine Lizenz erhalten. Kommt es dazu, werde laut Gienke aber am neuen Vorstand festgehalten.

Sanierungskonzept

"Der Verein ist nicht überschuldet. Er hat kurz-, mittel- und langfristige Verbindlichkeiten, denen jedoch Vermögenswerte gegenüberstehen. Aber wenn man sanieren muss, ist natürlich nicht alles im Lot. Es gibt eine Disbalance zwischen Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen", so der Vorstandschef.

Anspruch Profifußball

Für ihn sei es wichtig, dass man den richtigen Spagat zwischen Einsparungen und Einschnitten sowie dem Zusammenstellen einer schlagkräftigen Mannschaft findet. "Ich sage nicht, dass wir sofort wieder aufsteigen, aber wir möchten schon in der Spitzengruppe mitmischen." Ob mit dem jetzigen Trainerteam Kostmann/Finck ließ er offen: "Auch sie müssen uns ein überzeugendes Konzept vorlegen."

Eins stellte Hofmann abschließend klar: "Hansa gehört in den Profifussball. Wir müssen uns Respekt und Achtung wieder zurückerarbeiten."

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