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Lokales

23. September 2017 | 00:22 Uhr

Jeder Elfte im Kreis ist schwerbehindert

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erstellt am 11.Okt.2010 | 08:54 Uhr

Güstrow | Im Landkreis Güstrow waren Ende vergangenen Jahres 8061 Männer und Frauen körperlich, geistig oder seelisch so schwer beeinträchtigt, dass sie nicht mehr voll am gesellschaftlichen Leben teilhaben konnten. Nur geringfügig weniger - 8026 - waren es im Landkreis Bad Doberan. Für diese Menschen in beiden Landkreisen bedeutet das eine Einschränkung von mindestens 50 Prozent. Sie können nur teilweise oder gar nicht arbeiten, sind mehr oder weniger auf Hilfe und Pflege angewiesen, um ihren Alltag zu bewältigen. "Schwere Behinderungen nehmen dabei mit fortschreitendem Alter zu", heißt es in einer Mitteilung des Statistischen Landesamtes. Im Kreis Güstrow sind 3694 (Kreis Bad Doberan: 3608) Männer und Frauen bereits 65 Jahre oder älter. Das entspricht in Güstrow 45,8 Prozent und in Bad Doberan 45 Prozent. Landesweit ist fast die Hälfte (47 Prozent) 65 Jahre und älter.

Weitere 38 Prozent gehören den 45- bis unter 65-Jährigen an. Die Zahl der Schwerbehinderten dieses Alters hat nach Angaben der Statistiker mit 5,8 Prozent in den vergangenen zwei Jahren am stärksten zugenommen. 15 Prozent der Menschen mit einem Handicap waren jünger als 45 Jahre, hier ging die Zahl der Betroffenen gegenüber 2007 um 3,8 Prozent zurück. Bei den über 65-Jährigen sind mehr Frauen als Männer betroffen, bei den Jüngeren ist das Verhältnis umgekehrt.

Häufigste Ursache: innere Organe

Die häufigste Behinderung ist eine Beeinträchtigung der Funktion von inneren Organen bzw. Organsystemen. Das trifft im Kreis Güstrow auf 2002 Menschen (Bad Doberan: 2051) zu. An zweiter Stelle stehen Querschnittslähmungen, Kleinhirnstörungen, geistig-seelische Beeinträchtigungen oder Suchtkrankheiten. Darunter leiden 2034 (Güstrow) und 1723 Menschen (Bad Doberan). Die dritte Hauptgruppe sind Funktionseinschränkungen von Gliedmaßen. 1209 Männer und Frauen müssen damit im Landkreis Güstrow und 1271 im Landkreis Bad Doberan leben.

Landesweit waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes Ende vergangenen Jahres 153 567 Menschen zu mindestens 50 Prozent schwerbehindert. Das heißt, jeder elfte Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns war betroffen. Oder anders: 93 von 1000 Einwohnern sind schwerbehindert. Deutschlandweit sind es 84 von 1000. Seit 2007 (der Bericht erscheint nur alle zwei Jahre) ist die Zahl der Menschen mit Handicap um 4812 beziehungsweise drei Prozent gestiegen.

Im Kreis Güstrow waren vor zwei Jahren 7885 und im Landkreis Bad Doberan 7614 Menschen betroffen. Heute sind es in Güstrow 176 bzw. 2,2 Prozent und in Bad Doberan 412 bzw. 5,4 Prozent mehr.

Landesweit lag der Behinderung in 69 Prozent der Fälle eine Krankheit zu Grunde. Bei jedem Vierten waren die inneren Organe betroffen, bei drei Prozent entstanden sie durch Unfälle oder Berufskrankheiten und bei sieben Prozent sind Behinderungen angeboren. Von Kleinhirnstörungen und geistig-seelischen Behinderungen waren 24 Prozent der Schwerbehinderten betroffen. Dieser Personenkreis ist seit 2007 am deutlichsten gewachsen (plus 5,4 Prozent).

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