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Schwerin: Stillstand am ehemaligen Wohnwelt-Gelände : Investoren ziehen wieder ab

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Die Investoren versprachen viel - und hielten wenig: Zwei zentrale Schandflecken werden der Stadt auch in Zukunft noch erhalten bleiben. Einer der Gründe für den Absprung der Bremer ist eine Weigerung der Stadt.

svz.de von
erstellt am 30.Jun.2011 | 06:54 Uhr

Schwerin | Die Investoren versprachen viel - und hielten wenig: Zwei zentrale Schandflecken werden der Stadt wohl auch in der nächsten Zeit noch erhalten bleiben. Die Umbauvorhaben an der ehemaligen Parteischule in Neu Zippendorf sind auf Eis gelegt, am Objekt selbst prangt mittlerweile wieder ein Verkaufsschild. Und auch das Gelände der alten Norddeutschen Wohnwelt gegenüber dem Zoo scheint nun wohl erstmal Brachland zu bleiben.

"Der Bremer Investor, der das Areal erworben und versucht hat, an der Crivitzer Chaussee McDonalds und eine Spielhalle zu bauen, hat bereits wieder verkauft", erklärte Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff jetzt bei einer gemeinsamen Sitzung der Dreescher, Zippendorfer und Mueßer Ortsbeiräte. "Der neue Eigentümer möchte an dieser Stelle ein Bürogebäude bauen." Wie ernst diese Pläne sind, darüber mag Friedersdorff keine eindeutige Prognosen abgeben. "Ich schließe nicht aus, dass die Fläche sehr schnell bebaut wird, halte es aber ebenso für möglich, dass nichts passiert und sie in zwei Jahren wieder verkauft wird."

Einer der Gründe für den Absprung der Bremer sei die Weigerung der Stadt gewesen, auf der Crivitzer Chaussee in Richtung City eine neue Linksabbiege-Spur zu bauen, die der Restaurant-Betreiber angeblich für eine Ansiedlung vorausgesetzt habe. "Wir haben das Anliegen in mehreren Ausschüssen diskutiert und abgelehnt", betonte Friedersdorff. Zu dieser Entscheidung stünde er nach wie vor. Sein Fazit: "Immerhin sieht das Gelände heute besser aus als vor zwei Jahren, als noch die alten Hallen standen."

Gleich geblieben ist auch die Position des Baudezernenten zu den Sanierungsabsichten des Investors an der alten Parteischule. "Das Konzept von kleinen, fast industriell angelegten 1-Raum-Wohnungen für ältere Menschen habe ich immer in den Bereich der Unmenschlichkeit verwiesen." Obwohl eine Baugenehmigung beantragt wurde, hat sich am so genannten Apachenhügel seit dem Verkauf 2007 nichts Größeres getan. Das Gebäude verwahrlost, Skulpturen wurden bereits gestohlen.

1979 war die SED-Bezirksparteischule Schwerin eingeweiht worden - mit 10 000 Quadratmetern Nutzfläche. Zur Wendezeit fiel die Schule an die Treuhand, im Dezember 1992 kaufte die Schweriner Grund GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, das Objekt für rund 26 Millionen Mark. Von 1993 bis 2000 war die Fachhochschule des Bundes für Arbeitsverwaltung Mieter, doch trotzdem geriet die Grund GmbH in Schieflage. Um den drohenden Konkurs abzuwenden, musste 1996 die WGS rund 98 Prozent der Anteile und damit eine Menge Schulden übernehmen.

Mehrere Interessenten, darunter Sozial- und Kultusministerium, hatten sich das Objekt in den vergangenen Jahren angesehen - und sich schließlich dagegen entschieden. Friedersdorff: "Der riesige Komplex passt heute städtebaulich nicht mehr an diese Stelle. Mir wäre ein Abriss mit anschließendem Neubau lieber."

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