Investoren siedeln an der Küste

Zieht Industriebetriebe an: der Hafen Rostockzvs
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Zieht Industriebetriebe an: der Hafen Rostockzvs

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16. Februar 2011, 08:23 Uhr

Rostock | Die Möglichkeiten zur Firmenansiedlung im Umfeld von Häfen in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Expertenansicht noch nicht erschöpft. Dies gelte für klassische Industrien wie Werften oder Mineralöl- und Holzverarbeiter und Hersteller und Zulieferer von Windkraftanlagen, erklärte Karl-Heinz Breitzmann, Chef des Ostsee-Instituts in Rostock.

Auch für Unternehmen aus dem Bereich Bioenergie oder Gaskraftwerke sehe er gute Entwicklungschancen. Mit der Firmenansiedlung könne auch der geringe Anteil von 15 Prozent der verarbeitenden Industrie an der Bruttowertschöpfung erhöht werden, meinte Breitzmann. Er verwies darauf, dass die Landesregierung entsprechende Untersuchungen zur Flächenerweiterung veranlasst. Bei der Vorbereitung dieser Ansiedlungen müsse mehr als in der Vergangenheit auf große Transparenz geachtet und frühzeitig auf Vor- aber auch Nachteile hingewiesen werden, betonte Breitzmann. Gerade bei Großprojekten gebe es Interessenkonflikte mit Anwohnern, aber auch mit Umweltschützern.

Die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern müssen nach Ansicht von Christian Weiß, Geschäftsführer des Wirtschaftsförderers Rostock Business, mehr Flächenvorratshaltung betreiben. "Die Energie- und Transportkosten werden immer höher", sagte er. Firmen, die große Teile für den Export fertigen, müssten aus Kostengründen so nahe wie möglich an die Kaikante kommen. Genau für solche Unternehmen müssten die Flächen bereitgehalten werden. Ihm seien mehrere Fälle bekannt, wo Ansiedlungen in Mecklenburg-Vorpommern an fehlenden Hafenflächen gescheitert sind. Derzeit sucht beispielsweise Dänemark für den Bau der 70 000 Tonnen schweren Tunnelsegmente für die Fehmarnbelt-Querung auch einen Fertigungsstandort in Deutschland.

Mecklenburg-Vorpommerns Häfen hätten im Vergleich zu denen bei den osteuropäischen Nachbarn noch den Vorteil von sehr guten Hinterlandanbindungen mit Autobahn- und Bahnanschlüssen. Zudem liegen die Häfen noch näher an der Ausfahrt zur Nordsee und damit zu den Weltmeeren, daraus ergeben sich weitere Transportkostenvorteile. Diese kämen speziell beim globalen Thema Windkraft zum Tragen.

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