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Paar aus München sieht jetzt Gemeinde Dabel in der Pflicht : Investor fühlt sich im Stich gelassen

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So hat sich Arno Rohde die Zusammenarbeit mit der Gemeinde nicht vorgestellt. "Wir kommen nicht weiter", sagt der Investor enttäuscht und ist inzwischen richtig verärgert. Dabei hatte er und seine Partnerin große Pläne.

svz.de von
erstellt am 29.Jun.2011 | 05:09 Uhr

Dabel | So hat sich Arno Rohde die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dabel nicht vorgestellt. "Wir kommen nicht weiter", sagt der Investor enttäuscht und ist inzwischen richtig verärgert. Seine Partnerin Ulrike Rebek und er haben die Pension und die Bungalows am Holzendorfer See gekauft und mit einer Menge Geld saniert. Unter neuem Namen - als "Seepension Dabel" und verpachtet - hat das Haus bereits wieder geöffnet (wir berichteten).

Doch das Paar aus München hatte größere Pläne. Im Badesee sollten eine Wasserrutsche aufgestellt und aus einer Blockhütte Badegäste mit Imbiss versorgt werden. Auch den Strand hätten die Investoren gern von der Gemeinde übernommen und sich auch um die maroden Spielgeräte und den Badesteg gekümmert. "Die Blockhütte ist bereits gekauft, auch das Volleyballnetz auf der Wiese ist von uns", sagt Rohde. Auch Tretboote habe er schon bestellt, die Rutsche zum Glück noch nicht. Interesse hatte es auch für den Parkplatz gegeben, der abgezogen, verdichtet und geschottert werden sollte. Auf einer angrenzenden Fläche waren Events geplant. "Das Eintrittsgeld hätten wir den Dabeler Kindertagesstätten gegeben. Jetzt werden wir eine Veranstaltung auf dem Gelände der Pension durchführen", sagt er. Vorerst sei alles gestoppt, sagt Arno Rohde. "Hier sind Privatleute, die investieren wollen. Auf so jemanden geht man eigentlich zu und hält sie nicht hin wie wir es in Dabel erleben. So etwas kennen wir von München nicht." Rohde begründet: Den ihnen von der Gemeinde in mehreren Gesprächen in Aussicht gestellten Nutzungsvertrag für Liegewiese und Parkplatz sowie für die an ihr Grundstück anschließende Fläche der Gemeinde gibt es immer noch nicht. "Aus einem Schreiben vom Amt haben wir jetzt erfahren, dass wir ein Nutzungskonzept einschließlich Lageplan einreichen sollen. Davon war bislang nie die Rede. Und der Bürgermeister sagt uns, dass die Gemeinde erstmal ein Jahr lang schauen will, wie sich die Pension entwickelt", zeigt sich Arno Rohde empört, zumal die Pension separat laufe, weil sie verpachtet sei. Sie hätten mit ihren Investitionen doch schon bewiesen, dass sie verlässliche Partner seien, sagt er. "Das Geld sollte eigentlich in der Gemeinde bleiben, deshalb haben wir auch ortsansässige Handwerker mit den bisherigen Arbeiten betraut, die übrigens sehr, sehr gute Arbeit leisten", lobt er.

Das Geld, was sie eigentlich noch investieren wollten, werden die Münchner jetzt wohl anders einsetzen. "Es gibt Vorgespräche zum Kauf einer Tankstelle", sagt Arno Rohde. Er überlege zudem, meint er, ob er nicht ein Schild aufstellen lasse, damit die Gäste erfahren, dass Liegewiese und Parkplatz Gemeindeeigentum sind. "Beides ist ungepflegt und jetzt kümmern wir uns natürlich auch nicht", sagt er, setzt aber nach, wenn die Gemeinde auf sie zu kommen würde, sie weiterhin zu Gesprächen bereit wären.

"Als Gemeinde sind wir weiterhin an der Nutzung und an einer harmonischen und fairen Zusammenarbeit aller Beteiligten in dem gesamten Objekt interessiert. Aber als Gemeinde lassen wir uns auch nicht erpressen", erklärt Bürgermeister Herbert Rohde (nicht verwandt). Der Bürgermeister treffe allein keine Entscheidung, sagt er. In einer Gesprächsrunde mit Vereinen, Gemeindevertretern und Kulturinteressen habe der Investor die Möglichkeit gehabt, seine Vorstellungen zu äußern. "Also in einem Gremium, das keine Entscheidungen trifft. Aber zur Entscheidungsfindung beitragen kann. Der Hauptausschuss der Gemeindevertretung hat dann entschieden, dass wir noch nichts weggeben und die weitere Entwicklung abwarten", stellt Herbert Rohde klar. Und auch, dass ohne Baugenehmigung keine Blockhütte aufgestellt werden dürfe. Ein Antrag dafür gebe es aber nicht. Auch eine Wasserrutsche könne wegen der Haftung nicht einfach von privat in einem öffentlichen Gewässer aufgestellt werden. Für die Reparatur des Badestegs hole die Gemeinde bereits einen Kostenvoranschlag ein und was die an Arno Rohdes Grundstück anschließende gemeindliche Fläche betreffe, sei ein Teil davon bereits an eine Drittperson verpachtet. "Warum sollen wir diesen Vertrag vorzeitig kündigen?", fragt der Bürgermeister. "Wenn uns ein Nutzungskonzept vorliegt, laden wir Herrn Rohde auch in den Hauptausschuss ein", sagt der Bürgermeister.

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