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Lokales

25. November 2017 | 00:52 Uhr

Invasion gefräßiger Raupen droht

vom

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2011 | 07:29 Uhr

Gadow/Lenzen | Der Prignitz droht eine erneute Invasion gefräßiger Raupen: Der Eichenprozessionsspinner tritt wie schon im vergangenen Jahr in einer starken Population aus - zumindest punktuell. Das bestätigt Gadows Oberförster Holger Galonska. Eine erneute Bekämpfung wird vorbereitet.

Die gute Nachricht: Die Maßnahmen im vergangenen Jahr haben Wirkung gezeigt. "Wo wir bekämpfen konnten, ist die Population zusammengebrochen", sagt Galonska. Das haben kürzlich durchgeführte Untersuchungen mit Experten vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde bestätigt. "Aber unter Biotopschutz stehende Flächen, Bäume entlang von Straßen und Einzelbäume wurden nicht bekämpft. Von dort hat sich der Prozessionsspinner wieder auf Waldflächen ausgebreitet."

Im Gadower Forst seien rund 60 Hektar betroffen. Gemeinsam mit der Eberswalder Behörde, dem Landwirtschaftsministerium und dem Landesbetrieb für Straßenwesen seien in der vergangenen Woche Maßnahmen festgelegt worden. "Ziel muss ein abgestimmtes Vorgehen sein, punktuelle Maßnahmen bringen keinen Erfolg", erklärt der Oberförster. Das Amt Lenzen werde wie im vergangenen Jahr auf ihren Flächen den Schädling bekämpfen. "Von einem extrem hohen Befall" spricht Stadtbetriebshofleiter Torsten Jacob in Leuengarten. Die Gemeinde Lanz beteiligt sich ebenfalls. Schwerpunkte hier seien Bäume in der Ortslage, insbesondere in Schulnähe.

Am effektivsten bezeichnet Galonska den Einsatz eines Hubschraubers, der ein chemisches Mittel direkt über den Baumkronen verwirbelt. Allerdings läuft die Genehmigung für dieses Mittel aus, sie sei aber neu beantragt. Generell werde es schwieriger, Hubschraubereinsätze genehmigt zu bekommen. Deutschlandweit sollen diese nur noch in extremen Situationen zugelassen werden. "Allerdings ist jede andere Bekämpfung des Prozessionsspinners derzeit weniger effektiv, aber deutlich teurer", sagt Galonska.

Er ruft auch private Besitzer von Eichen auf, ihre Bäume auf einen möglichen Befall zu untersuchen und sich gegebenenfalls an der Bekämpfung zu beteiligen. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten pro Baum auf bis zu rund zehn Euro.

Galonska hält eine wirksame Bekämpfung des Schädlings für dringend geboten. Nicht nur zum Schutz der Eichen, sondern auch der Menschen. Die Haare der Raupen könnten teils heftige allergische Reaktionen auslösen. "Im vergangenen Jahr hatten wir deutlich spürbar mehr Beschwerden von Waldarbeitern und Spaziergängern, beispielsweise von Pilzsammlern."

Natürlich Feinde wie die schwarze Schlupfwespe nehmen zwar zu, aber seien noch nicht in der Lage, die Bestände des Spinners zusammenbrechen zu lassen.


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