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Interview: Wie plant man eine Großveranstaltung, Herr Schwer?

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erstellt am 18.Jul.2011 | 06:55 Uhr

Heiner Schwer ist Eventplaner und sorgt seit Jahren dafür, dass bei den Elblandfestspielen die richtige Technik zum Einsatz kommt und sich die verschiedenen Gewerke beim Aufbau nicht in die Quere kommen. Im Gespräch mit Lars Reinhold verrät er, wie man trotz zehn Kilometer Kabelsalat den Überblick behält.

150 Leute, tonnenweise teure Technik, ein enger Zeitplan: Wo fängt man bei einer solchen Mammutaufgabe mit der Planung an?

Heiner Schwer: Wenn Thema und Dekorationskonzept stehen, beginnt für mich die Arbeit mit einer Begutachtung der Location. Wie sind die Zufahrten, welche Stromanschlüsse gibt es, welchen Untergrund haben wir, ist es open air oder überdacht. Auf dieser Basis kann dann die weitere Planung der Technik erfolgen.

Was ist das Entscheidende, damit bei der Ausführung des Planes schließlich jeder Stecker seine Dose findet?

Ganz einfach: Jahrelange Erfahrung. Ich bin seit 1978 in der Veranstaltungstechnik tätig. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass Listen helfen. Ist eine Sache erledigt, Haken dran. So wird nichts vergessen.

Gibt es einen Punkt in der Planung, vor dem man sich gerne drücken würde?

Das sind kurioser Weise die Listen selbst. Eine Technikliste für eine Veranstaltung zu erstellen und möglichst an alles zu denken, macht viel Arbeit. Auch der Rahmenzeitplan für den Auf- und Abbau ist heikel, denn davon hängt das Gelingen der Veranstaltung ab.

Welchen Einfluss haben Sie als Technikplaner auf das künstlerische Endprodukt?

Abgesehen von der Auswahl der richtigen Technik für spezifische Einsatzzwecke nur einen indirekten. Wenn ich gut geplant habe, läuft der Auf- und Abbau stressfrei ab. Das sorgt für gute Laune beim Team. Und wer gute Laune hat, macht seine Arbeit besser. Das wiederum spüren die Besucher durch einen guten Gesamteindruck.

Gibt es etwas, was man nicht planen kann?

Das Wetter. Wenn schlechtes Wetter kommt, nützt der beste Plan nichts.

Sie haben für unzählige Veranstaltungen geplant, darunter zehn mal die Elblandfestspiele. Ist schon einmal etwas wirklich schief gegangen?

Vorab: Ausgefallen ist noch keine Veranstaltung. Ärgerlich war, als beim Beladen des Trucks für die Elblandfestspiele vor zwei Jahren ausgerechnet die Kiste mit allen Schäkeln und Gerüstschellen vergessen wurde. Per Kurier haben wir dann aus Schwerin Ersatz beschafft und konnten mit dreistündiger Verspätung endlich mit dem Aufbau beginnen.

Danke für das Gespräch.


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