Krimi in Warnkenhagen gibt Polizei Rätsel auf : Internetfreund überfährt Nachbarn

Mysteriöser Krimi in Warnkenhagen: Ein Mann aus Hamburg überfährt einen 28-Jährigen Dorfbewohner, flieht, ruft vom Ostseestrand aus um Hilfe und verweigert dann die Aussage.

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21. Februar 2011, 06:21 Uhr

Warnkenhagen | Mysteriöser Krimi in Warnkenhagen an der mecklenburgischen Küste: Ein Mann aus Hamburg überfährt einen 28-Jährigen Dorfbewohner, flieht, ruft vom Ostseestrand aus um Hilfe und verweigert dann die Aussage. Der 29 Jahre alte Hamburger hatte sich am Freitagabend am Ortsausgang von Warnkenhagen mit einem 14-jährigen Mädchen verabredet, das er im Internet kennengelernt hatte. Die hatte zu dem Treffen ihren Nachbarn mitgebracht.

"Als das Mädchen zu dem Pkw ging, soll der Mann sie mehrfach aufgefordert haben, ins Fahrzeug zu steigen", sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Es sei zum Streit gekommen. Daraufhin habe sich der Nachbar eingemischt und am Türrahmen festgehalten. Mitten im Gespräch gibt der Hamburger plötzlich Gas. Der Nachbar wird mitgeschleift und dann gegen einen Laternenmast geschleudert. "Er hat mehrere Knochenbrüche und innere Verletzungen erlitten", sagt Wiechmann. Zurzeit liege er noch im Krankenhaus und sei nicht vernehmungsfähig. Auch das Mädchen stehe noch unter Schock und könne daher keine genaueren Angaben zum Tatverlauf machen. Weitere Zeugen gibt es nicht.

Tatverdächtiger verweigert die Aussage

Weil auch der Hamburger die Aussage verweigert, tappt die Polizei weitgehend im Dunkeln. Nach seiner Fahrerflucht meldete sich der 29-Jährige gegen 21.30 Uhr über den Notruf bei der Polizei. Er gab an, vor vermeintlichen Angreifern geflüchtet zu sein. "Er sagte, er sollte überfallen werden", so Wiechmann. Außerdem befinde er sich in einer hilflosen Lage, da er nicht wisse, wo er gerade sei. Von seinem Standort gegenüber der Lübecker Bucht aus könne er gerade noch die Leuchtreklame des Hansaparks in Sierksdorf sehen.

Daraufhin leitete die Polizei eine großangelegte Suchaktion ein, bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Den Unfallwagen fanden die Beamten in der Nähe eines Ferienhauses an der Steilküste. Sein Fahrer hatte sich zu Fuß zum Strand aufgemacht, wo er sich in der Dunkelheit so verirrte, dass er von der Feuerwehr gerettet werden musste. Laut Wiechmann stand er knöcheltief und orientierungslos im Wasser, als er gefunden wurde. "Wie er da hingekommen ist, ist unklar", meint Wiechmann.

"Noch viele Fragen"

Leicht verletzt und unterkühlt übergaben ihn die Feuerwehrleute an Polizei und Rettungsdienst. "Wir haben noch viele Fragen", sagt Wiechmann. Es gelte nun, die Beweise abzuwarten. Das Unfallfahrzeug werde untersucht, sobald sich der Zustand der Beteiligten bessere, sollen sie vernommen werden. Auch der Hamburger soll noch einmal vorgeladen werden. Gegen ihn wird nun wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort, Körperverletzung sowie unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

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