Intendant will Open-Air mehr Schwung geben

svz.de von
09. Juli 2010, 08:24 Uhr

Altstadt | Bisher sind rund 22 000 Karten für "Die Macht des Schicksals" verkauft, ein paar Tausend kommen noch durch den Verkauf an der Tages- und Abendkasse hinzu, doch die Spitzenzahlen vom Ende der 90er-Jahre werden 2010 nicht erreicht. Theaterintendant Joachim Kümmritz, der vor 17 Jahren die Schlossfestspiele mit aus der Taufe gehoben hat, betreibt Ursachenforschung, um dem Open-Air-Veranstaltung frischen Wind zu geben: "Es ist ein Konglomerat von Gründen, was hier wirkt, und anderen Festspielen geht es genauso", sagt der erfahrene The ater macher. "Erst rufen alle nach Verdi, und dann ist ,Die Macht des Schicksals nicht populär genug. Aber ich kann doch nicht alle drei Jahre Aida, Nabucco und La Traviata im Wechsel spielen, da geht doch keiner zweimal hin", sagt Kümmritz. Auch eine andere Ausrichtung habe er im vergangenen Jahr schon getestet mit Musical und der überaus populären Zauberföte - mit nur mäßigem Erfolg.

Gegen Anwürfe wie "Misserfolg" oder "Flopp" in Bezug auf die Schlossfestspiele wehrt sich der Intendant aber vehement: Im Gegensatz zu den meisten anderen Festspielen seien die Schweriner kein Zuschussgeschäft, und zwar seit ihrer Premiere vor 17 Jahren. Daran werde sich auch in diesem Jahr nichts ändern. Nur sei die Erwartungshaltung sehr groß und die Hoffnung auf Überschusserwirtschaftung. "Reden wir dies doch nicht klein: Von 25 000 Besuchern können andere Veranstalter doch nur träumen", sagt Kümmritz und lenkt den Blick auf Rostock oder Bremen.

Um dem Open-Air-Event auf dem Alten Garten Schwung zu verleihen, habe das Theater jetzt die Internet-Buchung vereinfacht, ermäßigten Eintritt für Kinder eingeführt, mit dem NDR einen Medienpartner für Hörfunk und Fernsehen gewonnen, die Zusammenarbeit mit dem Museum auf eine neue Stufe gehoben und weitere Schritte unternommen, listet der Generalintendant auf. Noch vor dem Ende der "Macht des Schicksals" will er sich mit einer Expertengruppe beraten, welche Richtung den Schweriner Schlossfestspielen langfristig gegeben werden soll. Im nächsten Jahr werde - wegen Bauarbeiten auf dem Alten Garten - zunächst der Spielort verlegt. Und Webers "Freischütz" passt gewiss gut auf die bewaldete Freilichtbühne.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen