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Lokales

23. Oktober 2017 | 21:10 Uhr

Integration durch Akzeptanz

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erstellt am 27.Apr.2011 | 10:06 Uhr

Rostock | Sie helfen eingewanderten Kindern, sich besser in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Victoria Prokofyeva (41) und Ljuba Kustanovich (17) sind gestern im Rostocker Rathaus stellvertretend für ihr Projekt "Journalistenschule für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund" ausgezeichnet worden. Sie erhielten in dem bundesweiten Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" einen Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist. Darüber hinaus wurde als zweites Projekt aus Mecklenburg-Vorpommern das "Kinderdorf Steinhagen" bei Stralsund geehrt. Die Auszeichnung wird vom Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) ausgelobt. Insgesamt erhielten sieben Vereine und Institutionen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein den Demokratiepreis, der jeweils mit 2000 bis 4000 Euro dotiert ist.

Zusammenarbeit mit zweisprachiger Zeitung

"Unsere Journalistenschule für Kinder und Jugendliche arbeitet mit einer deutsch-russischen Zeitung zusammen, die es seit 2008 gibt", sagt Prokofyeva vom Verein zur Errichtung eines russisch-deutschen Radiosenders in Deutschland. Die Publikation "Neue Zeiten - Rostock auf Russisch" erschien anfangs nur einsprachig. Durch die Zusammenarbeit mit der Schule ist sie nun in zwei Sprachen zu lesen.

Ziel der Kooperation sei es, die Heranwachsenden mit Migrationshintergrund für den Journalistenberuf zu begeistern und Anschluss in der Hansestadt zu finden, so Prokofyeva. Neben demokratischem Denken erlangen die 9- bis 18-Jährigen auch Medienkompetenzen. In der Zeitung haben sich die Nachwuchsjournalisten in der Fotografie und im Schreiben ausprobiert. Dazu gehörte das Erlernen von Darstellungsformen wie Interviews und Reportagen. "Das Projekt hat den Preis verdient, weil in den Beiträgen Themen wie Identität, Integration und Biografien von Migranten angesprochen werden", sagt Ulla Jelpke, Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie überreichte den engagierten Frauen den Preis. "Außerdem macht die Arbeit mit der Zeitung für die jungen Menschen viel für die berufliche Zukunft aus", sagt die 17-jährige Kustanovich.

Dass sich das deutsch-russische Zeitungsprojekt nicht allein für Integration und Demokratie in Rostock einsetzt, davon ist Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) überzeugt: "Rostock ist eine weltoffene Stadt mit toleranten Bürgern." Als Beispiel für den Respekt fremder Kulturen führt sie die Jüdische Gemeinde an. "Sie haben ihr neues Gemeindehaus 2004 unweit der zerstörten Synagoge bezogen", sagt sie. Das sei ein Zeichen, dass sich in der Hansestadt eine multikulturelle Gesellschaft entwickle.

Eine komplette Gesellschaft nachgespielt

Auch bei dem Projekt "Kinderdorf Steinhagen" steht das Thema Demokratie auf dem Programm. 300 Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 14 Jahren setzen sich dort mit der Erwachsenenwelt auseinander. Zwei Wochen lang spielten sie eine komplette Gesellschaft nach - mit Bürgermeister, Polizei und Zoll. Organisator des Projektes ist das Institut für Leben und Lernen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Projekte "Jamel rockt den Förster 2010" aus Jamel, "Interkulturelle Ferienfreizeit - Neukirchen" aus Schleswig, "Das Stadtspiel - Kinder gestalten ihre Welt" aus Mölln sowie die "Zeitzeugenwerkstatt" aus dem Ruhetal und "Eine Stadt stellt sich gegen Rechtsextremisten" aus Ratzeburg.

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