Ins "Todesrad" gewagt

Elefant Mogli       zeigt auch in seiner Freizeit gerne ein paar Tricks.
Elefant Mogli zeigt auch in seiner Freizeit gerne ein paar Tricks.

Der Circus Voyage, der noch bis morgen auf dem Festplatz Krebsförden seine Show präsentiert, gewährte SVZ einen Blick hinter die Kulissen der glitzernden Zirkuswelt. Unsere Reporterin wagte sich in luftigen Höhen ins "Todesrad".

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28. September 2009, 08:39 Uhr

Krebsförden | Zwölf Meter hoch über der Erde dreht sich das amerikanische "Todesrad" des Circus Voyage, an dem das Duo Future bei jeder Vorstellung sein Können unter Beweis stellt und das eigene Leben riskiert."Im Prinzip ist das nichts weiter als ein großes Hamsterrad, in dem die Artisten turnen", erklärt mir Bettina Richter gelassen am Telefon, die Pressesprecherin des Circus Voyage. Denn vor einer Woche lag eine besondere Mitteilung auf meinem Schreibtisch: "Reporterin im Todesrad." Hellauf beigeistert las ich weiter und mein Interesse an der Sache schlug prompt in Ernüchterung um, denn eine Sicherung durch Longe oder Netz, wie sie selbst erfahrene Artisten in Anspruch nehmen, ist beim Todesrad nicht möglich. Außerdem klingt der Name ja doch ein wenig abschreckend…

Es handelt sich dabei wirklich um eine Art Hamsterrad, nur dass das viel zu harmlos klingt: An einer langen, schmalen Stahlkonstruktion ist das Rad befestigt, das sich durch das Vorwärtslaufen mit der gesamten Konstruktion in Bewegung setzt. Einmal in Schwung gekommen, ist das "Todesrad" nicht mehr aufzuhalten.

Nach drei Tagen Hin-und-her-Überlegen ringe ich mich dann zum gefährlichen Turnen durch. Entgegen aller Witze und Überzeugungsversuche von Kollegen und Freunden bestätige ich todesmutig den Termin.

Beim Circus Voyage angekommen, empfängt mich Zirkus-Direktor Alois Spindler. Auf Nachfragen hin bestätige ich ihm betont selbstbewusst, dass ich heute ins "Todesrad" steigen werde. "Sie sind mutig, das ist gut," antwortet der Direktor vergnügt. Im gespielten Selbstbewusstsein gestärkt, betrete ich das Zirkuszelt. Die freie Manege liegt vor mir, und mehrere Mitarbeiter sind bereits damit beschäftigt, das weiß lackierte Konstrukt mit Hilfe von Seilen herunterzuholen.

"Treiben Sie Sport?", vergewissert sich Spindler. Turnen konnte ich zwar noch nie, aber drei Jahre Reitunterricht und tägliches Fahrradfahren überzeugen ihn. Erst einmal darf ich zuschauen. Der Direktor springt ins Rad, beginnt zu laufen und es steigt nach oben, in einem zügigen, aber ungefährlich aussehenden Tempo. Siegessicher möchte ich mich dann auch endlich mal wie ein Hamster im Rad fühlen. Ich klettere hinein und langsam, aber sicher laufe ich nach oben. Auf ganzer Höhe angekommen, die Sterne der Zirkuszeltdecke zum Greifen nahe, wird mir schon etwas mulmig. Der Rückweg gestaltet sich schwieriger, denn das Rad entwickelt plötzlich ein Eigenleben und ich hänge buchstäblich in der Luft. Unbeeindruckt bringen die Artisten am Boden das "Todesrad" wieder in Schwung und schließlich hat mich die Manege ohne Knochenbrüche wieder zurück.

Erleichtert lasse ich mir das Gelände und die Wagen zeigen. 80 Tiere hat der Zirkus, darunter Exoten wie das Flußpferd Jedi, Nashorn Hulk und Giraffe Shakira. Die 35 Mitarbeiter möchten die Zuschauer in fremde Länder entführen, sie mit einer beeindruckenden Show den Alltag vergessen lassen und ihnen die Romantik des Circus Voyage zeigen. Artistik am Trapez, Bauchredekunst, die animalischen Attraktionen und eben auch das "Todesrad" machen die Vorstellung außergewöhnlich. Das Turnen im Rad überlasse ich am Wochenende doch lieber den Artisten.
dem

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