In zehn Jahren zur Kulturstadt

Die ehrwürdigen Klostermauern beherbergen das älteste und wichtigste kunst- und kulturgeschichtliche Museum der Hansestadt. 160 000 Objekte lagern hier. Die Ausstellungen werden sich mit der künstlerischen und wissenschaftlichen Rostocker  Vergangenheit auseinandersetzen. Schwerpunkte setzt das Konzept für dieses Haus in Richtung Kunsthandwerk, Kultur und Backsteingotik.
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Die ehrwürdigen Klostermauern beherbergen das älteste und wichtigste kunst- und kulturgeschichtliche Museum der Hansestadt. 160 000 Objekte lagern hier. Die Ausstellungen werden sich mit der künstlerischen und wissenschaftlichen Rostocker Vergangenheit auseinandersetzen. Schwerpunkte setzt das Konzept für dieses Haus in Richtung Kunsthandwerk, Kultur und Backsteingotik.

Mehr Besucher, mehr Glanz und mehr Prestige für Rostocks Kulturlandschaft - jetzt liegt das Museumskonzept vor. Strategisch soll die Hansestadt ihr Profil als Kulturstandort schärfen. Das Ziel: stärkere internationale Aufmerksamkeit bei geringen Kosten.

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25. August 2009, 07:51 Uhr

Rostock | Sammeln, bewahren, forschen, ausstellen, vermitteln - den öffentlichen Museen fallen umfangreiche Aufgaben zu. In der Hansestadt sollen sie künftig stärker zu Begegnungsstätten avancieren. Die Plattformen: moderne Kunst, kulturhistorisches Ambiente, bürgerlicher Alltag und maritime Innovation. Das seit gestern ausgearbeitete vorliegende Museumskonzept bietet Eckpunkte und Diskussionsvorlagen. "Das Strategiepapier soll künftige Kulturräume definieren", sagt der stellvertretender Oberbürgermeister und Finanzsenator Georg Scholze (CDU).

Grundsätzliche Eckpunkte schon gegebenDoch Streitpunkte bleiben: Beispielsweise soll es ein Museum für maritime Technik geben. Doch offen bleibt der Standort, "zu dem noch eine Entscheidung aussteht", so heißt es im Konzept. Erst verbindliche politische Weichenstellung zum Museumsstandort lasse eine zukunftsweisende und verbindliche Entwicklungskonzeption zu.

So will die verantwortliche Kultursenatorin, Dr. Liane Melzer (SPD), mit dem Museumskonzept den Diskussionsprozess anregen. "Zunächst muss die Bürgerschaft das Papier diskutieren, bevor weitere Entscheidungen fallen", sagt Dr. Michaela Selling, Direktorin der Rostocker Museen.

Grundlagen für die Kulturstadt 2018 bestehen bereits in Rohfassungen. Das kulturhistorische Museum gilt als ältester Ausstellungsstandort der Hansestadt. Das Kloster steht vor Abschluss der Sanierungen. Der Gebäudekomplex am Universitätsplatz soll durch den Standort August-Bebel-Straße 1 zusätzliche Fläche erhalten. Doch hierfür bedarf es einer umfassenden Sanierung des angedachten Standortes. Geschätzter Kostenpunkt: knapp sechs Millionen Euro. Umsetzung vielleicht 2010.

Die Kunsthalle Rostock erhält demnächst ein neues Dach, gleichzeitig entwickeln die Betreiber um Dr. Jörg-Uwe Neumann den Standort zum internationalen Treffpunkt für moderne und zeitgenössische Kunst nach 1948. Das Profil soll noch schärfer werden, noch mehr Publikum soll den Kubus bevölkern. So viele, dass in naher Zukunft ein Anbau hochgezogen werden kann. In ihm sollen Mitarbeiter auch die pädagogischen Aufgaben eines Museums erfüllen: Mitmachaktionen für Schüler und Studenten, rhetorische Ausflüge in die DDR-Kunstgeschichte oder theoretische Grundlagenkurse zu Aufbewahrung.

Vergangenheit und Gegenwart klammert das Warnemünder Heimatmuseum. Dessen Profil soll vom derzeit hautsächlich bürgerlichen Schwerpunkt ausgeweitet werden. Das Haus wird das gesamte volkskundliche Reservoir der Hansestadt abdecken.

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