zur Navigation springen
Lokales

22. September 2017 | 17:25 Uhr

In Schwerin blitzt es jetzt auch nachts

vom

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2010 | 06:21 Uhr

Schwerin | Abzocke oder notwendige Kontrollen für mehr Sicherheit auf den Straßen der Landeshauptstadt? Diese Debatte im Sommer führten Leser unserer Zeitung gemeinsam mit dem städtischen Ordnungsamt. Eines der Ergebnisse der Diskussion ist nun umgesetzt worden: Die Stadt nimmt nun auch nachts Raser ins Visier. Erste Kontrollen habe es gegeben, bestätigte Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann unserer Zeitung. Die von vielen SVZ-Lesern erhobene Forderung nach nächtlichen Blitzer-Einsätzen sei richtig, da es zu extremen und damit besonders gefährlichen Tempo-Verstößen oft bei Dunkelheit komme, so Kaufmann.

Beim Ordnungsamt seien dafür die Dienstpläne umgestaltet worden, um Nacht-Kontrollen realisieren zu können. Das sei auch dadurch möglich, da die Personalstellen im Kommunalen Ordnungsdienst von 23 auf 30 aufgestockt werden.

Die ersten nächtlichen Kontrollen haben allerdings Kaufmann zufolge interessante Ergebnisse gebracht: "Es gab verhältnismäßig kein höheres Maß an Geschwindigkeitsüberschreitungen als bei Kontrollen tagsüber", bilanziert die Ordnungsamtsleiterin. "Eher im Gegenteil: Es waren weniger zu schnell unterwegs." Dennoch werde sich der Ordnungsdienst diesem Thema natürlich auch weiterhin stellen.

Dass die Sorgen vieler Leser unserer Zeitung, die nächtliche Raserei beklagt hatten, nicht gänzlich unbegründet sind, ist auch Gabriele Kaufmann klar. "Es ist nur eindeutlig nachts eine andere Wahrnehmung der Geräuschkulisse, wenn ansonsten der Umgebungslärm fehlt", so die Amtsleiterin. Zudem seien vor allem abends und nachts die jugendlichen Möchtegern-Piloten unterwegs, die mit hoher Drehzahl und lauten Motoren Eindruck schinden wollten. "Zu schnell sind sie deshalb noch nicht zwingend unterwegs."

Die bisherigen nächtlichen Kontrollen habe es laut Kaufmann vor allem in der Werder- und Knaudtstraße gegeben sowie am Ostorfer Ufer und auf dem Obotritenring. Die Kontrollen seien wie alle anderen auch mit der Polizei abgestimmt worden, so die Amtsleiterin. Diese Zusammenarbeit mit der Polizei sei gerade bei der Ahndung von Verkehrsdelikten auch unabdingbar. "Die Grenze zischen einer Ordnungswidrigkeit und einer Straftat ist da schnell überschritten. Und gerade nachts ohne Polizei hätten wir nicht die Befugnis, Straftaten zu verfolgen", sagt Kaufmann.

Die Amtsleiterin verdeutlichte allerdings, dass auch weiterhin Bürgerhinweise für die Wahl der Kontrollpunkte relevant seien. "Unser Ziel ist es, alle Stadtteile gleich zu behandeln", sagt Kaufmann. Und so werde der Ordnungsdienst natürlich auch auf dem Dreesch im Einsatz sein, wenn es die Personalsituation zulasse. Die dortigen Ortsbeiräte hatten mehr Kontrollen gefordert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen