zur Navigation springen
Lokales

24. September 2017 | 07:00 Uhr

In Premslin große Anlage für Biogas geplant

vom

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2010 | 08:29 Uhr

Premslin | Vorrangig Biogas in Erdgasqualität zur Einleitung in das Netz des Prignitzer Versorgungsunternehmens (PVU) soll in einer Anlage produziert werden, die in Premslin auf dem Gelände eines nicht mehr belegten Rinderstallkompexes entstehen könnte. "Uns liegt ein Netzanschlussbegehren vor. Laut Gasnetzzugangsverordnung sind wir verpflichtet, Methan einzuspeisen und wollen das auch gern tun", bestätigte Norbert Piesche, PVU-Bereichsleiter Gas, auf Anfrage des "Prignitzers". Gegenwärtig sei man dabei, den Antrag zu prüfen.

Möglicher Investor des zwölf Millionen Euro-Projekts sei die Nordstrom Bioenergie GmbH als Tochter der BGZ-Gruppe/Husum, stellte ifc-Geschäftsführer Wilhelm von Braunmühl, dessen Büro die Planung übernehmen würde, das Projekt dem Ortsbeirat Premslin vor. Die Hamburger Beratungsgesellschaft ist seit mehr als zehn Jahren im Energiemanagement tätig. "Produziert würden in Premslin pro Jahr zirka sechs Millionen Kubikmeter Bio methan, die wiederum 65 000 Megawatt erzeugen. Das entspricht einer Heizölmenge von 6500 Tonnen - je nach Berechnungsweise ausreichend, um 8500 bis 10 000 Haushalte mit Wärme zu versorgen", rechnete von Braunmühl vor.

Die Biogasanlage würde etwa 1500 Hektar Acker- und Grünfläche an sich binden. Das sei eine nicht unerhebliche Fläche, räumte von Braunmühl ein, doch sehe er das als nicht so großes Problem, da in der Region ausreichend Anbauflächen vorhanden seien und damit keine langen Transportwege anfallen. Lieferverträge würden den Landwirten langfristige Einnahmen sichern und mit dem Ausbringen der 45.000 Tonnen Gärreste auf die Ackerflächen zudem hochwertigen Dünger garantieren, warb von Braunmühl weiter.

Mit dem Sitz des Unternehmens in Premslin kämen nicht unerhebliche Gewerbesteuern der Gemeindekasse von Karstädt zugute: "Anfangs bis 50.000 Euro, dann 100.000 Euro im Jahr. In 20 Jahren wären es 1,8 Millionen Euro", gab sich von Braunmühl optimistisch.

Der Ortsbeirat dagegen äußerte Bedenken hinsichtlich Monokultur, Transportaufkommen und Geruchsbelastung. "Wir haben durch die B 5 schon genug Verkehr im Ort", hieß es. "Es muss nicht immer Mais sein. Wir sind gegen Monokulturen und legen Wert auf eine Vielzahl von Pflanzen. Neben Mais soll auch Silage aus Hirse und Grünroggen sowie der Durchwachsenen Silphie eingesetzt werden. Sie ist als ausdauernde Energiepflanze im Kommen und lässt sich mindestens zehn Jahre lang beernten", erklärte ifc-Mitarbeiter Frank Blume. Für die An-/Abfahrten zur Anlage sollen mehrere Strecken genutzt werden, so von Braunmühl, wobei die Haupttrasse sicherlich über die B 5 laufe. "Sollte der Wind mal ungünstig stehen, wird vielleicht etwas Silagegeruch zu spüren sein, ansonsten werden Sie von der Anlage selbst in keinster Weise etwas hören oder riechen", versprach er.

Werde die Biogasanlage gebaut, sollten die Investoren die Sanierung der Straßenanbindung von der B 5 zur Rinderstallanlage mit einem Geh-/Radweg übernehmen, regte Ortsvorsteher Dagobert Dahse an. "Grundsätzlich befürworten wir die Nutzung erneuerbarer Energien und stehen nach unserem jetzigen Erkenntnisstand dem Vorhaben Biogasanlage nicht ablehnend gegenüber."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen