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Lokales

25. September 2017 | 08:06 Uhr

In jeder Nacht gehen die Lichter aus

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erstellt am 28.Okt.2010 | 08:04 Uhr

Schweriner Umland | In vielen Gemeinden gehen in jeder Nacht die Lichter aus. So in Kraak, Goldenstädt, Mirow, Retgendorf oder Flessenow. Der eine oder andere Spätheimkehrer ärgert sich ebenso darüber wie der Zeitungszusteller, der bereits morgens um vier Uhr dafür sorgt, dass spätestens zum Frühstück die druckfrische Volkszeitung auf dem Tisch liegt.

"Die Gemeindevertreter von Dobin haben beschlossen, in allen Ortsteilen zwischen 23 und 4 Uhr die Straßenbeleuchtung abzuschalten", sagt Bürgermeister Carlo Folgmann. Dazu gehören auch Retgendorf und Flessenow. In der Bürgerfragestunde in der vergangenen Woche wurde beispielsweise bemängelt, dass morgens um 6 Uhr noch immer kein Licht brannte. Auch Forderungen nach einer zusätzlichen indirekten Beleuchtung der Bushaltestelle wurden laut.

"Es geht uns um insgesamt 7000 Euro, die wir einsparen wollen." Der Bürgermeister ist allerdings wie die Einwohner mit der Umsetzung durch den beauftragten Betrieb nicht zufrieden. "Es funktioniert nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Beispielsweise soll die Beleuchtung an Kreuzungsbereichen durchgängig brennen. Wir bleiben dran und werden eventuell den Auftrag neu ausschreiben, wenn der Betrieb nicht in der Lage ist, die Beleuchtung nach unseren Wünschen zu regeln."

Stress mit der beauftragten Firma hatten auch die Verantwortlichen im Amt Banzkow. "In Goldenstädt funktionierte nichts", sagt Bürgermeisterin Irena Berg. "Am Erntefest brannte die Beleuchtung sogar am Tag. Aber die Firma hat versprochen, das in Ordnung zu bringen." In Goldenstädt oder in Mirow soll in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr nur jede zweite Lampe abgeschaltet werden. An wichtigen Stellen auch nur jede dritte.

"Die Variante der Abschaltung ist eben nicht optimal", sagt Petra Jürgens, Mitarbeiterin im Bau- und Ordnungsamt Banzkow. "Deshalb gehen wir in anderen Ortsteilen auch andere Wege, um zu sparen. Wir haben Energiesparleuchten eingesetzt. Der Einbau der Leuchten hatte sich bereits nach ein bis zwei Jahren bezahlt gemacht. Eine längere Lebensdauer der Lampen hilft zudem, Wartungskosten zu senken."

Der Rastower Bürgermeister Hartmut Götze hat die Kosten pro Einwohner errechnen lassen. "Im Dorf Rastow sind das fünf Euro, in Fahrbinde 15 und in Kraak 14 Euro pro Einwohner, insgesamt 30 000 Euro, obwohl bereits gespart wurde", sagt er. "Wir haben beispielsweise in Rastow in den Nebenstraßen jede zweite Lampe ausgeschaltet."

Der Bürgermeister geht auch auf Kraak ein: "Zwischen 23 und 4 Uhr schalten wir die Beleuchtung ab. Ich ziehe den Hut vor dem Zusteller, der bereits früher die Zeitungen austrägt, weil er danach zu seiner Arbeitsstelle eilen muss. Aber die Gemeindekasse kann keine zusätzlichen Ausgaben vertragen. Keiner lässt in seinem Haus das Licht die Nacht durchgehend brennen, nur weil er vielleicht einmal auf Toilette müsste."

In den meisten Gemeinden ist das Geld knapp. Und ein nicht geringes Budget geht für die Straßenbeleuchtung drauf, vor allem, weil die Strompreise förmlich explodiert sind. Die Statistik weist aus, dass der durchschnittliche Strompreis im Jahr 2000 in Deutschland bei 13,94 Cent je Kilowattstunde lag. Im vorigen Jahr wurden für die Kilowattstunde bereits 23,21 Cent verlangt. Die Stromkosten je Straßenlaterne liegen gegenwärtig zwischen 19,50 und 79,50 Euro pro Jahr, die Wartungskosten zwischen 16 und 46,50 Euro. Das hat eine Untersuchung der Kommunalen Umweltaktion ergeben.

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