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Lokales

22. Oktober 2017 | 17:44 Uhr

In gut 7 Stunden von Nord- zur Ostsee

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erstellt am 07.Jun.2011 | 05:09 Uhr

Perleberg | Über 96 Kilometer quer durch Schleswig-Holstein von der Nord- zur Ostsee hatten sie am Ende in den Waden, "pro Läufer sind das zwischen 7,5 und elf Kilometer", berichtet Marion Krieg, stellvertretende Schulleiterin des Gottfried-Arnold-Gymnasiums. Das sechste Mal startete der Lauf zwischen den Meeren und zum fünften Mal waren die Vertreter der Prignitz dabei, zum zweiten Mal mit einer Doppelstaffel. Im Ziel erreichte die Jugend, die die Leistungsstaffel besetzte, Platz 39 von 600 Mannschaften. Im vergangenen Jahr waren sie so gar noch um sechs Plätze besser, und dennoch konnten sie dieses Mal um vieles stolzer sein. Unter acht Stunden wollten sie bleiben, sieben Stunden und sieben Minuten waren es am Ende und das bei einer Strecke, die um zwei Kilometer länger war.

"Super Leistung", Marion Krieg ist noch immer ganz happy. Mit Recht, denn auch die Spaßstaffel mit Lehrern, Schulsekretärin Silvia Buss und Eltern meisterte die knapp 100 Kilometer unter neun Stunden. Startläufer Frank Rüdiger-Gottschalk gab mit persönlicher Bestzeit vor, dass auch der etwas ältere Jahrgang fit wie ein Turnschuh ist. Und Silvia Buss rollte als Schlussläuferin das Feld systematisch von hinten auf, überholte noch einige Staffeln. "Michi hat mir den Weg freigelaufen. Das Anfeuern der anderen gibt einem einen weiteren Motivationsschub", erzählt die Freizeitjoggerin. In 41 Minuten legte sie die 8,6 Kilometer zurück und die letzten Meter dann im Pulk der anderen Perleberger Läufer.

Empfangen wurden sie mit einer Dusche aus rotem Sekt. "Es war sagenhaft, auch wenn der weiße Pullover jetzt hin ist", gesteht Friedrich. Er war das erste Mal dabei, sein Bruder Konrad bereits zum zweiten Mal. Der eine war im Ziel und schickte den anderen auf die Strecke. Und jeder versuchte, noch schneller zu sein. "Man muss es einfach erlebt haben", gesteht Anika. Auch für sie war es der erste Lauf zwischen den Meeren, "aber nicht der letzte". 7.20 Uhr fuhr ihr Bus zum Start. "Ich habe nur eine Banane runter bekommen, so aufgeregt war ich." Und dabei hatte Marion Krieg wieder so ein leckeres Frühstück für ihre Läufertruppe vorbereitet. Was die Aufregung anging, auch da war sie nicht zu übertreffen. Schon um 5 Uhr geisterte sie durchs Haus. "Der erste Bus fuhr um 6.30 Uhr. Wenn jemand verschläft, dann ist alles vorbei."

Aber es verschlief niemand, alle waren pünktlich am Start, die Wechsel klappten auch wenn Moritz während des Laufes sich der langen Sportsachen entledigen musste, da die Nummer seines Wechsels nicht angesagt wurde. Über Handy hielt man die Verbindung zu den anderen, alle waren stets auf den Stand der Dinge. "Nach dem letzten Wechsel, da machte sich die Hoffnung breit, wir könnten die alte Zeit von sieben Stunden und 24 Minuten noch unterbieten. Daran hatte zuvor niemand gelaubt", erzählt Marion Krieg.

Im Ziel dann ein großes Hallo, alle lagen sich in den Armen. Sie hatten das schier Unmögliche gepackt, "ein Grund mehr, 2012 wieder von Meer zu Meer zu laufen", sind sich Moritz, Anika, Silvia Buss und die anderen einig. Allerdings konnten sie dieses Mal nicht schon ihr Startgeld erlaufen. "Es gab keine extra Schülerstaffelwertung. Vielleicht hatten sie Angst, die Perleberger räumen wieder alles ab", so Friedrich und hat dabei die Lacher auf seiner Seite. Er und Johannes werden im nächsten von Neuseeland aus den Lauf verfolgen, "aber 2013 bin ich wieder dabei", betont Friedrich, und dann gehen die Kuhn-Brüder als Dreigestirn auf die Strecke.

Doch jetzt wird erst einmal 2012 angepeilt. Und dafür heißt es, die Startgelder zusammenzubekommen. "Wir hoffe, dass uns Sponsoren da tüchtig und möglichst schnell helfen, denn im August müssen wir uns anmelden", sagt Marion Krieg. In diesem Zusammenhang geht ein großes Dankeschön an den Schulförderverein und an Frank Rüdiger-Gottschalk, der nicht nur persönliche Bestzeit lief, sondern auch die Läufer mit seinem Bus chauffierte.

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