In Gemeinde Jürgenshagen geht nachts das Licht aus

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30. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Jürgenshagen | Auch der Gemeinde Jürgenshagen bleibt angesichts des Spar-Zwanges das nächtliche Abschalten ihrer Straßenlaternen nicht erspart.

Schon jetzt ist im Ortsteil Klein Sien jede dritte Laterne nachts dunkel. Auch in Gnemern und Gischow ist es nachts zappenduster.

Ab 1. November soll nun in allen Dörfern der Gemeinde zwischen 23 Uhr und fünf Uhr die Straßenbeleuchtung abgeschaltet werden. Dies beschlossen vorgestern Abend die Gemeindevertreter von Jürgenshagen mit acht Dafür- und zwei Gegenstimmen.

"Es tut nicht Not, dass wir nachts alle Straßen beleuchten", meint Bürgermeisterin Elfriede Schmidt. Diese Meinung teilt voll und ganz auch Heinrich Meemken. "Mein Vorschlag ist, das Licht abends nur bis 22 Uhr brennen zu lassen und erst morgens um 6 Uhr wieder einzuschalten", sagt er.

"Es wird so viel Geld ausgegeben, sollen wir uns wirklich zurück entwickeln?", ist dagegen Uwe Eltner überhaupt nicht begeistert von der Idee. Er sei dafür, dass die Dörfer nachts beleuchtet bleiben, sagt er. Wenn nachts mal ein Rettungswagen kommen müsse, finde der im Dunkeln das jeweilige Haus nicht, fürchtet er. "Jürgenshagen ist ein lebendiges Dorf, wo abends auch mal Leute unterwegs sind", gab Günter Trommer zu bedenken. Er sei deshalb "grundsätzlich dagegen, dass im ganzen Dorf das Licht ausgeschaltet wird."

Dort, wo die Straßenbeleuchtung schon erneuert ist, gehen jetzt schon abends um 23 Uhr die Lampen aus und morgens um fünf wieder an, so Bürgermeisterin Schmidt. "Aber das kriegen wir in Jürgenshagen technisch nicht hin", sagt sie. Dort stehe nur die Wahl: entweder ganz aus oder gar nicht.

Wenn die Straßenbeleuchtung reduziert werde, "dann müssen wir das in allen Dörfern machen", sagt Klaus-Dieter Kaie, sonst wäre es ungerecht. Dafür, in allen Ortsteilen das Licht nachts für sechs Stunden auszuschalten, sprach sich Michael Constien aus. Und Sven Ucke wollte wissen, über welche Einsparungen man denn überhaupt rede.

Die Gemeinde gebe im Jahr rund 25 000 Euro für die Straßenbeleuchtung aus, so Elfriede Schmidt. "Das reduziert sich dann auf die Hälfte", meint sie.

Mehrheitlich wurde also beschlossen, ab kommendem Montag in allen Dörfern "erstmal probeweise" das Straßenlicht auszuschalten. Dies sei mit der Zeitschaltuhr kein Problem.

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