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Lokales

17. Dezember 2017 | 01:43 Uhr

In einem Boot zur Unesco-Bewerbung

vom

svz.de von
erstellt am 07.Sep.2010 | 06:23 Uhr

Schwerin | Die Bewerbung des Schlosses für die Aufnahme in die Welterbe liste der Unesco hat Schwung bekommen. "Wir fahren jetzt mit Vollgas", sagte Kultusminister Henry Tesch gestern bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Land und Landeshauptstadt zur Bewerbung des Schweriner Schlossensembles für die Unesco-Liste des Weltkulturerbes. "Wir haben einen anspruchsvollen Zeitplan mit realistischen Schritten, zu dessen Realisierung aber alle Partner beitragen müssen", erläuterte Tesch den Hintergrund für den Vertrag.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow teilt die Euphorie des Ministers. "Wir haben mit dieser Vereinbarung der Ernsthaftigkeit unserer gemeinsamen Bestrebungen Nachdruck verliehen. Mit den jetzt agierenden Personen wird es gelingen, das Antragsverfahren zügig umzusetzen", betonte sie.

Grundlage der Unesco-Bewerbung wird das jetzt vorliegende Fachgutachten des Kunsthistorikers Prof. Dr. Christofer Herrmann sein. "Die Chancen für eine Welterbe-Bewerbung sind immer da besonders gut, wo die Liste große Lücken aufweist. Bei herausragenden Bauwerken und Ensembles des Historismus ist das der Fall", erklärte Prof. Herrmann. Die Antragstellung ist laut seinem Gutachten aus drei Gründen erfolgversprechend: Das Schweriner Schloss ist ein Meisterwerk der historistischen Baukunst, in dessen Konzeption sich grundsätzliche Fragestellungen der Architekturdiskussion des 19. Jahrhunderts in Europa widerspiegeln. Zudem zählt das Schloss ensem ble zu den herausragenden Beispielen des romantischen Historismus und ist ein außerordentlich authentisch erhaltenes Beispiel für die Verknüpfung von Residenz und Stadt mit einer Park- und Naturlandschaft im 19. Jahrhundert. Und nicht zuletzt kann das Schloss eine außergewöhnlich lange, epochenübergreifende Tradition als politischer und architektonischer Zen tralort vom 10. Jahrhundert bis heute vorweisen.

Das Gutachten wird am 7. Oktober auf einem Fachkolloquium im Festsaal des Schlosses vorgestellt und diskutiert. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider verwies gestern darauf, dass Stadt und Land bereits von einem fundierten Bewerbungsverfahren profitieren werden, da damit der Bekanntheitsgrad Schwerins bundesweit und international zunehmen werde. Die für das Antragsverfahren veranschlagten Kosten von 400 000 Euro wollen sich das Land und die Landeshauptstadt gleichmäßig teilen. Die deutsche Vorschlagsliste ist zwar bis 2016/2017 geschlossen, doch durch eine gemeinsame Bewerbung mit Historismus-Objekten anderer Länder könnte sich die Wartezeit verkürzen. Deshalb sollen die Unterlagen rasch fertig gestellt werden.

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