zur Navigation springen
Lokales

22. September 2017 | 13:53 Uhr

In der Trauer nicht allein gelassen

vom

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2010 | 08:37 Uhr

Bützow | Wer einen geliebten Menschen verloren hat, muss in seinem Kummer nicht allein bleiben. Auch wer einen todkranken Menschen auf seinem letzten Weg begleitet, kann sich dafür beim Ambulanten Hospizdienst der Caritas und Diakonie Güstrow mentale Hilfe und praktische Ratschläge holen.

Um den Betroffenen auch vor Ort diesen Beistand zu geben, wird jetzt in Bützow einmal monatlich eine offene Hospiz- und Tauerberatung angeboten. Sie findet abwechselnd in den Räumen der katholischen Kirchgemeinde in der Bahnhofstraße und in der Warnow-Klinik Bützow statt und steht allen offen, die sich in schwerer Zeit mit ihren Problemen öffnen und so die Kraft zum Weitergehen holen wollen.

Das erste Mal war Heidi Hahnemann, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes der Caritas und Diakonie Güstrow, am letzten Donnerstag im Haus der katholischen Kirchgemeinde vor Ort. Das nächste Mal ist sie am Donnerstag, 28. Oktober, von 10 bis 11 Uhr in der Bützower Warnow-Klinik anzutreffen. Im katholischen Gemeindehaus ist sie dann wieder am 7. Dezember von 10 bis 11 Uhr.

"Menschen, die Sterbende zu Hause haben, brauchen Entlastungsgespräche, in denen sie sich mal ihre Sorgen von der Seele reden können. Und um selbst nicht krank zu werden", sagt Heidi Hahnemann. Und da es diese Möglichkeit durch Trauer- und Hospizberatung bisher in Bützow nicht gebe, wolle man diese Lücke nun schließen. Sie habe oft erlebt, so Heidi Hahnemann, dass die Betreffenden nach dem Gespräch mit ihr gesagt hätten, das habe ihnen gut getan.

"Ganz wichtig ist: Ich unterliege der Schweigepflicht und alles, worüber gesprochen wird, bleibt in dem Raum", betont die 52-jährige Güstrowerin.

Ist jemand gestorben, dauere die Trauer bei manchem oft so lange, dass es andere Nahestehende oft nicht mehr aushalten könnten. Dann kommen Ratschläge wie: "Du musst nun aber endlich mal loslassen, es ist doch schon so lange her".Was häufig die Beziehungen zueinander noch mehr belaste. Auch in solchen Situationen können Gespräche mit Trauerberatern hilfreich sein. "Sie helfen, der Trauer einen Raum zu geben", sagt Heidi Hahnemann.

Und sie fügt hinzu: "Es ist ein Angebot. Die Beratung ist kostenlos, wie alle unsere Angebote kostenlos sind." Weiterhin seien die Beratungsstunden eine Möglichkeit, sich darüber zu informieren, welche Möglichkeiten es in Bezug auf Sterbebegleitung und Trauerbewältigung überhaupt gibt. Zum Beispiel, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um in ein stationäres Hospiz zu kommen. Sie gebe gern auch die Telefonnummern weiter von Trauergruppen, Patientenberatungen zur Pflege von unheilbar Kranken, zur Beratung in rechtlichen Fragen und anderes, stellt die Trauerberaterin fest.

Hospiz heiße im Grunde "abschiedlich leben", bewusst voneinander Abschied zu nehmen. Dabei wolle die offene Hospiz- und Trauerberatung den Betroffenen helfen.

Für die Arbeit als Hospizhelfer könne sie weitere Ehrenamtliche aus Bützow und Umgebung gut gebrauchen, sagt Heidi Hahnemann. Der erforderliche Kurs dazu beginne in anderthalb Wochen. Wer Interesse hat, melde sich bitte unter Telefon 03843/721370. E-Mail: hospiz-gue@caritas-mecklenburg.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen