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Lokales

19. September 2017 | 17:10 Uhr

In den Kliniken des Landes fehlen 160 Ärzte

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2010 | 07:50 Uhr

Schwerin | Die Krankenhäuser in MV klagen über Fachkräftemangel. Das ist der Tenor des 9. Krankenhaustages, auf dem sich gestern in Schwerin Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern (AKMV) ausgetauscht haben. Derzeit sind 160 Arztstellen im Land unbesetzt. Besonderer Mangel herrscht bei Internisten, Chirurgen und Psychiatern. Ähnlich wird es in ein paar Jahren auch im Bereich des Pflegepersonals aussehen. Auch hier gibt es Nachwuchssorgen. Wenn sich nichts ändert, stehen die Kliniken bis 2020 vor einem akuten Problem, betont AKMV-Geschäftsführer Wolfgang Gagzow. Dann könnten es schon 400 Stellen sein, die unbesetzt bleiben. Schuld am Fachkräftemangel in den Kliniken des Landes sind laut Ansicht der Experten die wenig attraktiven Bedingungen. Natürlich, räumt Gagzow ein, spiele die Vergütung eine Rolle: "In Mecklenburg-Vorpommern werden die Leistungen bundesweit am schlechtesten bezahlt." Aber auch, dass die Arbeit in der Klinik eher familienunfreundlich ist, schrecke viele Fachkräfte ab, meint Ingrid Sacher, Landesvorsitzende des Verbandes der Krankenhausdirektoren.

Wie schon die Hausärzte plädieren auch die Klinikärzte für eine Abschaffung der Grenze zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. "Wir leisten uns in Deutschland eine doppelte Fachärzteschiene", sagt Dr. Lutz Drach, Landesvorsitzender des Verbandes Leitender Krankenhausärzte. Die Experten sprechen sich dafür aus, niedergelassene Ärzte in die stationäre Versorgung in Krankenhäusern einzubinden. Eine flächendeckende Zulassung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) nach dem Modell der Polikliniken sei eine gute Möglichkeit, Kompetenz zu bündeln. Die im MVZ tätigen Ärzte könnten so gemeinsam auf die vorhandene Infrastruktur zurückgreifen.

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