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Lokales

20. August 2017 | 17:24 Uhr

In Dabel ein Hauch von Hollywood

vom

Dabel | Das hätte sich der Dabeler Diplom-Landwirt Helmut Deutschkämer wohl nie träumen lassen, dass er einmal in einem Hollywood-Film mitspielt. Wenn auch nur als Kleindarsteller. Aber immerhin hat er das große Vergnügen, die legendäre Lady de Winter, ihres Zeichens eine der Hauptfiguren der abenteuerlichen Eskapaden der verwegenen "Drei Musketiere", mit einem seiner Vierspänner von Paris nach London und zurück zu kutschieren. Und vor allem mit solchen Hollywoodgrößen wie Orlando Bloom, Oscar-Preisträger Christoph Waltz und Milla Jovovich Seite an Seite zu arbeiten. Mit ihm im Bunde sechs Leute seines Dabeler Pferdehofes und die Pferde Ambros, Gloria, Dawine und Daggi. Hinzu kamen bald noch Pia, Theo, Sani und Dea. Und so ging Deutschkämer in jüngster Zeit schon mehrmals mit einem Lkw jedesmal rund 12 Stunden auf Reisen mit seinen Tieren: zum Beispiel jüngst eine Woche nach Burghausen - hier findet man die längste Burg Europas, daher der Ortsname - an der österreichischen Grenze.

Jede Szene mehrmals gedreht

Die ersten Szenen sind sogar schon im Kasten. "Jede Szene musste sechs- bis zehnmal wiederholt werden, bis der Regisseur der Neuverfilmung von den "Drei Musketieren (im 3-D-Format) zufrieden war", erzählte Helmut Deutschkämer. "Und es war für uns auch ein ungewohntes Erlebnis, jeden Morgen durch Maske und Kostümabteilung zu wandern. Man darf hinterher aber nicht in den Spiegel schauen, weil man sonst das Laufen kriegt und nie wieder zum Stehen kommt", amüsiert sich der Dabeler, "weil man sich nicht wiedererkennt". Doch er gesteht auch, dass ihm die Arbeit mit dem Team sehr viel Spaß gemacht habe. Und er sich durchaus vorstellen könne, auch als Schauspieler zu arbeiten. "Es ist doch egal, wie und womit man seine Brötchen verdient. Schließlich hat jeder Beruf auch seine schönen Seiten."

Doch nach der Rückkehr aus Burghausen ging es bald wieder auf große Fahrt: diesmal nach Würzburg. Denn hier wurden die nächsten Szenen abgedreht. "Wir sind schon ein eingeschworenes Team", sagt der Laienschauspieler. "Pro Tag entsteht nach mühevoller Kleinarbeit eine Spielminute Film. Der gesamte Film wird rund 90 Minuten Länge haben. Bis Ende November soll alles im Kasten sein. Und in etwa zwei Jahren können die Freunde dieses Filmgenres, eines 80-Millionen-Projektes, einschließlich aller Nachfolgearbeiten wie zum Beispiel dem Cuttern (Schneiden) die neuesten Abenteuer der drei Musketiere auf der Leinwand miterleben.

Wie kam Helmut Deutschkämer überhaupt zum Film? "Schon zu DDR-Zeiten war ich Partner der Filmtierschule von Michael Scheunicke in Marzehne bei Brandenburg", erinnert er sich. "Vor allem mit meiner historischen Postkutsche. Die Partnerschaft hat sich bis heute erhalten. Und unser Plus ist es, dass alle unsere Pferde funktionieren und willig ihre schweren Aufgaben erfüllen."

Mit den Abenteuern der drei Musketiere hat Helmut Deutschkämer also nicht das erste Mal Bekanntschaft mit der Filmerei gemacht. Man sah ihn mit seinen Tieren schon in etlichen anderen Filmen. So in "80 Tage um die Welt", "Die Schneekönigin", "Die Flucht" mit Maria Furtwängler, "Das Leben des Hans Christian Andersen". Auch in Manns "Buddenbrooks" und in "Effi Briest" war er Kleindarsteller.

Dass er jetzt Lady de Winter kutschieren darf, bereitet ihm ein besonderes Vergnügen. "Helmut, spann die Kutsche an!" - das ist sein Zeichen für die nächste Szene. Jedoch ein verwegener Haudegen wie die drei Musketiere wird und will Helmut Deutschkämer trotzdem nie werden. Er bleibt lieber seinen Pferden treu.

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erstellt am 24.Sep.2010 | 05:48 Uhr

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