In 20 Jahren die Altstadt saniert

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11. Juli 2010, 07:39 Uhr

wittenberge | In jedes zweite Wohnhaus in der Wittenberger Altstadt sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten Fördermittel aus dem Programm Stadtsanierung geflossen. In einer Zahl ausgedrückt bedeutet das: 149 Gebäude konnten von der Ausweisung dieses historischen Stadtviertels als Fördergebiet profitieren. "Damit können wir nach 20 Jahren Altstadtsanierung eine mehr als beachtliche Bilanz vorweisen", sagt die stellvertretende Bauamtsleiterin im Wittenberger Rathaus, Petra Lüdtke.

Am 25. Oktober 1990 hatten die Stadtverordneten das Prozedere auf den Weg gebracht. Die Stadtsanierer schätzten den Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarf für das nahe der Elbe gelegene Quartier damals auf rund 33 Millionen Mark. Eine riesige und gleichzeitig sehr realistische Summe, wie sich jetzt zeigt, denn in den zurückliegenden 20 Jahren sind 15,2 Millionen Euro in das Sanierungsgebiet geflossen. "Wir haben eine Punktlandung hinbekommen", kommentiert Petra Lüdtke. Im nächsten Jahr wird die Altstadt, in der nun die grundsätzlichen Probleme gelöst sind, aus dem Status eines Fördergebiet entlassen.

Nicht nur Wohnhäuser wie beispielsweise das stadtbildprägende Mehrfamilienhaus an der Ecke von Steinstraße und Kirchstraße konnten erhalten und aufgewertet werden. Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft (WGW), Torsten Diehn, sagt unumwunden, dass seine Gesellschaft das Haus ohne Förderzuschuss niemals hätte in Angriff nehmen können. Die Abgeordneten setzten das Geld aus dem von Bund (34 Prozent), Land (41 Prozent) und Stadt (22 Prozent) gespeisten Fördertopf gezielt auch für die Aufwertung der Infrastruktur ein: Die Stein- und die Burgstraße, der Bereich vor dem Steintor konnten - um nur einige Beispiele zu nennen - in Ordnung gebracht werden, haben das Renommee des elbnahen Wohnquartiers gehoben.

Lüdtke verweist auf insgesamt 13 Straßenbauabschnitte, in die vier Millionen Euro flossen. Und sie hat noch eine Zahl parat, die das Greifen des Förderprogramms verdeutlicht: "Rechnet man die Gesamtsumme um, kommen auf jeden Bewohner in der Altstadt 30 000 Euro Fördermittel."

Noch ist etwas Zeit bis zur Entlassung der Altstadt aus dem Sanierungsstatus. Zeit, die die Kommune und die Kirchengemeinde etwa dafür nutzen werden, die Apsisfenster in der Kirche gestalten zu lassen. Seit 2000 wird die Kirche in der Altstadt nach und nach saniert. Farbige Glasfenster sollen als krönender Abschluss im Chorraum eingesetzt werden. Entwürfe sind in der Kirche ausgestellt.

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