In 160 Stunden zum Meisterstück

Lange Planung: Peter Kailuweit arbeitete  insgesamt159,75 Stunden an seinem Meisterstück, einem Rüster-Vitrinenschrank. Dana Bethkenhagen
Lange Planung: Peter Kailuweit arbeitete insgesamt159,75 Stunden an seinem Meisterstück, einem Rüster-Vitrinenschrank. Dana Bethkenhagen

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22. Mai 2011, 04:26 Uhr

Steintor-Vorstadt | Gerade einmal 160 Stunden durften sie in ihre Meisterarbeiten stecken: die 23 Tischler, die gestern und vorgestern in der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern zur Abschlussprüfung angetreten sind. Entstanden sind unter anderem Schreibtische, Vitrinen, Türen und Betten. In den vergangenen 20 Jahren habe es laut Thomas Jaek, dem Vorsitzenden der Prüfungskommission, keine so guten Ergebnisse mehr gegeben. Verteilt wurden fünf Mal die Note 1 und nur drei Mal die Note 4.

Peter Kailuweit ist froh nun endlich Meister zu sein und konnte mit seinem Rüster-Vitrinenschrank überzeugen. "Es ist ein Auftragsstück, das in der Familie bleibt", so Kailuweit. Bereits am Freitag brachte er seine Arbeit in die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern , um es dort den Gutachtern vorzustellen. Doch erst gestern musste er vor die Prüfungskommission treten und alles vom Entwurf bis zur Nachkalkulation erläutern. "Ich weiß gar nicht mehr genau, wie viele Punkte ich bekommen habe, das muss ich später noch einmal erfragen", sagt Kailuweit, der im Jahr 2000 seine Lehre abgeschlossen hat. Der Meister sei immer noch sehr hoch angesehen, sagt Kailuweit. Er hofft nun, eine neue Anstellung zu bekommen, denn kurz bevor er seinen Meister-Lehrgang begann, hatte er seine Anstellung verloren. Immerhin hatte Kailuweit so genügend Zeit sich intensiv mit seinem Meisterstück zu befassen. Insgesamt investierte er 159,75 Arbeitsstunden in die Vitrine.

Parallel zu seiner täglichen Arbeit fertigte Christoph Dorin sein Meisterstück an, einen Schreibtisch aus massiver Kirsche mit weißen Korpusteilen. Er steckte 154 Arbeitsstunden in den Schreibtisch und hatte in den vergangenen Monaten keine freien Wochenenden mehr. "Den Schreibtisch behalte ich selbst. Er soll in meinem späteren Büro stehen und als Ausstellungsstück dienen", so der 26-Jährige. Obwohl er insgesamt rund 2000 Euro allein an Materialkosten zu verbuchen hat, ist es für Dorin keine Frage gewesen, ob er den Schreibtisch behält oder nicht. Seine Arbeit bewertete die Prüfungskommission mit 89 Punkte. Dorin bekam dafür am Ende eine sehr gute Note 2. Heute beginnt er direkt als Meister zu arbeiten und ist ab sofort in der Nähe von Teterow tätig.

Alle zwei Jahre beginnt in Rostock an der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern ein neuer Meisterlehrgang für Tischler. Dieser besteht aus insgesamt vier Teilen und beinhaltet unter anderem einen Maschinenlehrgang, Kundenberatung, wirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse, Auftragsabwicklung, Betriebsführung, Ausbildereignung sowie berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse.

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