Impfung schützt vor tückischer Krankheit

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21. April 2010, 09:09 Uhr

Prignitz | Mit rund 700 bis 800 Erkrankungen jährlich deutschlandweit rangiert die Meningokokkeninfektion - sie verursacht Hirnhautentzündungen (Meningitis) - statistisch gesehen relativ weit unten. Was die Gefährlichkeit angeht, handele es sich allerdings um eine der schwersten akuten Krankheiten, sagt Dr. Ulrich Kreßner vom Gesundheitsamt des Landkreises Prignitz. Trotz des medizinischen Fortschritts erliegt noch immer jeder neunte Erkrankte den Folgen dieser Infektion.

Der Mediziner kann jedoch gleich mit zwei guten Nachrichten aufwarten: Es gibt Impfschutz gegen Meningokokken - wenn auch nur gegen einen Teil der Erreger - und die Impfrate sowohl im Kreis als auch in der Mark stieg innerhalb kurzer Zeit deutlich. Während sie 2007 noch unter zehn Prozent lag, betrug sie ein Jahr später in Brandenburg und in der Prignitz jeweils gut 50 Prozent. "2009 ließen sich im Land 73 Prozent, im Kreis 71 Prozent impfen", informiert Ulrich Kreßner. Das besagen Auswertungen der jeweiligen Einschulungsuntersuchungen.

Seit Juli 2006 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts die Meningokokkenimpfung für alle Kinder. Im Impfkalender ist die Immunisierung, die der Haus- oder Kinderarzt vornimmt, für das zweite Lebensjahr vorgesehen. "Die Impfung kann auch nachgeholt werden. Bis zum 18. Lebensjahr bezahlen die Krankenkassen", so Kreßner.

Gefährlich sei die Infektion auch, weil die Diagnose schwierig zu stellen ist. "Die ersten Symptome ähneln denen eines Infektes: Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Erbrechen", erläutert Ulrich Kreßner. Nur wenige Stunden entscheiden über das Schicksal des Patienten. Um Komplikationen zu vermeiden, muss die Therapie mit Antibiotika rechtzeitig einsetzen. Geimpft werden kann derzeit nur gegen bestimmte Serotypen des Virus. Gegen den Typ B, der prozentual in Deutschland die meisten Erkrankungen verursacht, gibt es noch keinen Impfstoff. Es werde mit Hochdruck daran geforscht, bestätigt Ulrich Kreßner.

In unseren Breitengraden häuft sich die Zahl der Erkrankungen im Winter und Frühjahr. In den letzten Jahren wurde zudem in Deutschland ein Anstieg des Anteils der Serogruppe-C-Erkrankungen auf etwa 30 Prozent beobachtet. Die Schutzimpfung, so Kreßner, sei gut verträglich und auf jeden Fall zu empfehlen. Schließlich könne man nicht vorher wissen, welcher Erreger gerade unterwegs sei.

Und auch eine weiterer Aspekt sei nicht zu vernachlässigen: "Zirka zehn Prozent der gesunden Menschen in Europa sind Träger von Meningokokken und erkranken nicht daran - können andere aber jederzeit anstecken."

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