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Lokales

22. August 2017 | 17:00 Uhr

Im Parchimer Land: Wälder im Stress

vom

Karbow | Für den Chef des Karbower Forstamtes ist derzeit jede dicke Wolke am Sommerhimmel ein Grund zur Freude. "Wir brauchen dringend mehr Regen. In unseren Revieren zwischen Spornitz und Marnitz sind im Juli nur vier bis maximal fünf Liter pro Quadratmeter gefallen und das bedeutet für unsere Wälder ziemlich viel Stress", sagt Wolfgang Starke. Damit fehlen in seinem Zuständigkeitsbereich bis zu 90 Prozent der üblichen Niederschlagsmengen.

Besonders stark betroffen sind die Forstreviere in Siggelkow, Poitendorf und Retzow. Hier gibt es besonders viele Nadelbaumbestände. "Schäden sind in den Altbeständen noch nicht zu beklagen. Aber nur ein anhaltender Landregen kann die Situation langfristig entspannen", meint der Fachmann. Der August habe aber vielversprechend begonnen, denn in den ersten acht Tagen ist bereits deutlich mehr Regen als im gesamten Juli in der Region gefallen.

Sorgen bereiten den Forstleuten im Amt Karbow, das für rund 8200 Hektar Landeswald zuständig ist, der Zustand der Neuanpflanzungen. "Zunächst hatte alles sehr vielversprechend begonnen. Nach der Schneeschmelze und den feuchten Monaten April und Mai gab es für die Jungbäume beste Bedingungen", so Wolfgang Starke. Seine Mitarbeiter haben auf rund 65 Hektar, aufgeforstet. Dabei kommen verstärkt Laubbäume in den Boden, um den seit Jahren favorisierten Mischwald zu fördern. Inzwischen wird deutlich, dass eine erhebliche Zahl der Jungbäume aufgrund der anhaltenden Trockenheit abgestorben ist. "Wir müssen zeitnah im kommenden Frühjahr Ersatz in betroffenen Beständen pflanzen. Erstmals werden wir 2011 mehr als hundert Hektar in unserem Forstamt aufforsten, so viel wie noch niemals zuvor", macht der Amtschef schon jetzt klar. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass im Revier Retzow zahlreiche Bäume erst vor wenigen Wochen einem Sturm zum Opfer gefallen sind. Alleine der Windwurf ergibt 40 000 Festmeter Holz, was der gesamten Jahres-Einschlagsmenge des Forstamtes entspricht. "Wir haben zeitweise bis zu 25 Maschinen, darunter elf Harvester, eingesetzt, um die Arbeit voranzubringen. Derzeit erzielen wir mit Holz, das vor allem in Holzwerke nach Wismar und Kronoply geliefert wird, gute Preise", so Starke zufrieden. "Zum Glück gab es in unserem Bereich bisher keinen Waldbrand, weil sich alle richtig verhalten", lobt der Chef. Auf dem früheren Beobachtungsturm nahe der A 24 erledigt seit drei Jahren eine Kamera die Arbeit. Im Leitforstamt Jasnitz, dass die Waldbrandwarnstufe am Wochenende aufgehoben hat,werden die Bilder automatisch ausgewertet.

Schlechte Nachrichten gibt es auch für die Pilzsammler. Im trockenen Boden kommen die Sporen nur langsam in Fahrt.

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erstellt am 08.Aug.2010 | 06:48 Uhr

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