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Lokales

18. Oktober 2017 | 00:33 Uhr

Im Ernstfall Weg versperrt

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2011 | 08:26 Uhr

Dierkow | Mit Blaulicht und Sirene fährt die Feuerwehr in die Walter-Butzek-Straße Dierkow ein. Zehn Minuten haben sie Zeit, um am Unfallort zu sein. Dort angekommen, eilen die Einsatzkräfte den in Gefahr schwebenden Menschen zu Hilfe. Doch kurz vorm Ziel wird es eng für die Brandbekämpfer. Zur Einfahrt in den Wendehammer versperrt ihnen ein blauer Opel den Weg. Obwohl er in einer Ausweichtasche abgestellt ist, wird es für das riesige Fahrzeug eng. In Millimeterarbeit tastet sich der Fahrer des Leiterwagens vor, um den Opel nicht zu beschädigen. Hätte in diesem Moment eine ernsthafte Gefahr bestanden, wäre die Feuerwehr wahrscheinlich zu spät und Menschen ums Leben gekommen.

Gestern war es nur eine Übung. Aber wenn der Ernstfall ansteht, werden die Anwohner in der Walter-Butzek-Straße selbst zur Gefahr. "Sie stehen mit ihren Fahrzeugen im Weg, so dass die Feuerwehr nicht vorbei kommt", sagt Peter Menzel (Linke), Vorsitzender des Ortsbeirates Dierkow-Neu. Mit der Übung will er den Anwohnern zeigen, was ein falsch abgestelltes Auto für Gefahren bergen kann. Aber auch Unrat und Sperrmüll stellen die Leute in ihrer Nachbarschaft ab. "Dabei denken sie gar nicht darüber nach, dass im Notfall der Platz gebraucht würde", so Menzel.

Einmal im Jahr versucht der Ortsbeiratsvorsitzende die Anwohner von Dierkow auf die Gefahren hinzuweisen. Mit einem Leiterwagen der Feuerwehr und zwei Brandbekämpfern, sowie einem Polizeiauto und Politessen kommt er im Schlepptau.

Bei der nachgestellten Szenerie gehen zuerst die Politessen voraus. "Sie stellen fest, welche Autos in der Straße ordnungswidrig parken und geben Verwarnungen", so Menzel. Dann rückt die Feuerwehr im Wendehammer an. Um ihre zehn Meter lange Leiter ausfahren zu können, müssen sie für die Stabilität des Fahrzeugs Stützen ausziehen. "Das wird hier schon eng zwischen den Autos", sagt Hauptbrandmeister Peter Peltret. Für den Testeinsatz hat er seinen Kollegen Brandmeister Rolf Berndt dabei. Ohne die Stützen könne die Leiter nicht vollständig ausgefahren werden, da der Halt nicht gegeben ist, so Peltret. Auch nachdem der Einsatz beendet ist, bleibt es für die Feuerwehr problematisch. "Wir müssen wenden, und dass ist in dem engen Hammer unmöglich", so der Hauptbrandmeister.

Der Ortsbeiratsvorsitzende Menzel hofft indessen, dass die Dierkower Anwohner durch den Feuerwehreinsatz zum Nachdenken gebracht werden. "In der Regel vergessen sie es aber nach längerer Zeit."

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