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Lokales

24. November 2017 | 03:16 Uhr

Im Endspurt die Million geknackt

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2011 | 08:02 Uhr

Rostock | Der Fischereihafen hat es doch noch geschafft. "Im Endspurt wurde erstmals die Million geknackt", sagt Hafenchefin Daniele Priebe. Obwohl die Ergebnisse bis September schon sehr verheißungsvoll aussahen, hatte nach Umschlagseinbrüchen im Oktober und November - unter anderem nach einer Havarie im Zellstoffwerk Stendal - kaum noch einer damit gerechnet. Im eiskalten Dezember aber ging es in Marienehe heiß her. Selbst Heiligabend und zwischen den Feiertagen gab es kaum Verschnaufpausen. So wurden bei widrigen Witterungsbedingungen mit Eis und Schnee 120 000 Tonnen Güter über die Kaikanten gehievt. Schließlich standen so insgesamt 1,014 Millionen zu Buche, das bislang beste Ergebnis in der Geschichte des Fischereihafens. Mit 560 000 Tonnen bildet Holz in der Umschlagspalette den größten Posten. Fast täglich rollte ein Zug zu den Holzverarbeitungswerken. Aber auch 260 000 Tonnen Schüttgüter (unter anderem Dünger) und 140 000 Tonnen Getreide und Raps wurden umgeschlagen. Kaolin, Roheisen und jüngst auch Braunkohlenbriketts zählen zu den Ladungsgütern und auch so genannte Projektladungen bestimmen die Szenerie.

An die gute Bilanz nahtlos angeknüpft

Von der Wertigkeit der Güter trägt insbesondere das Kühlhaus zur guten Jahresbilanz 2010 bei. Zu 80 Prozent wird hier Fisch eingelagert und für Unternehmen wie Rügenfisch von Kühlschiffen auch angelandet. Umgekehrt wird von hier Geflügel und Schweinefleisch nach Russland verschifft. Die 59 Beschäftigten dieses Nischenhafens und ihre Partner hatten alle Hände voll zu tun. Sie knüpfen im neuen Jahr daran nahtlos an, wie in dieser Woche auch zwei Getreideschiffe, zwei Holzfrachter und eine Brikettverladung für Irland veranschaulichen.

Mit dem Ausbau des Liegeplatzes 2 zu einem Holz- und Stückgutterminal schafft sich der Hafen die Bedingungen für eine noch höhere Leistungsfähigkeit. Es begann zunächst mit der Erweiterung der Lagerfläche auf dem einstigen Kistenplatz des Fischkombinates, die im August vergangenen Jahres abgeschlossen wurde. Dort, wo einst die Hallen der Heinkel-Werke standen, waren Fundamente zu enttrümmern, Boden auszutauschen und zu befestigen. Die so gewonnenen 14 000 Quadratmeter umfassende Fläche wird inzwischen bereits für die Lagerung von Roheisen und Holz genutzt. Im September 2010 erfolgte dann der erste Spatenstich für den Ausbau der Kaikapazität. Anfang Dezember begann dafür der Abbruch der Gebäude 213 und 214, eines Teils der alten Fischhallen.

Die Firmen Freimuth und Petereit haben hier inzwischen ganze Arbeit geleistet. Nur noch Mauerreste erinnern an die Halle, wo im vorigen Jahr noch das Heringsessen und ein Teil der Jubiläumsveranstaltungen der Hochseefischer stattfanden. Bis zum Kopfgebäude 215, einst der Mitteltrakt, aber bleibt ein Teil der alten Industriearchitektur erhalten. Der Durchbruch zu den Eisenbahngleisen und zum einstigen Kistenplatz ist getan, ermöglicht den Zugriff auf das erschlossene Hinterland. Vorkehrungen für weitere 9000 Quadratmeter Umschlags- und Lagerfläche sowie 165 Meter lange Kais sind im Gange, davon werden 130 Meter komplett erneuert. Dafür sind dieser Tage Hafenbauer einer Arbeitsgemeinschaft der Firmen Züblin, Möbius und Colcrete von Essen im Einsatz.

Von einem Ponton aus sind sie bei Rammarbeiten, schaffen auch mit Hilfe eines großen Bohrers Voraussetzungen für das Einbringen der Trag- und Füllbohlen für eine neue Spundwand. Bis auf eine durchgängige Tiefe von 7,20 Meter sind zudem Baggerarbeiten vorgesehen, was 5000- bis 7000-Tonnen-Frachtern künftig hier das Anlegen ermöglicht. Die Investition wird in vier Baulosen realisiert. Ihr Umfang beläuft sich mit dem bereits fertiggestellten Kistenplatz auf sieben Millionen Euro. Für Ende August wird die Fertigstellung angesteuert.

Der Fischereihafen ist auch Gewerbegebiet für rund 160 Ansiedler. Neben dem Umschlag ist so für ihn auch die Vermietung ein wichtiger Aktivposten. Dafür laufen auch Sanierungen für die Erhaltung der Gebäude, so wie gegenwärtig am Rondell, weiter. Auch im Kühlhaus hat sich einiges getan. In den hier geschaffenen neuen Gasträumen wird Ende April nun das traditionelle Heringsessen des Fischereihafens durchgeführt.


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